Taucher FAQ

Caution Diver!Von Tauchschülern, Tauchern und Nicht-Tauchern werden immer wieder die gleichen Fragen gestellt. Deshalb haben wir hier einige der meist gestellten Fragen und die Antworten dazu zusammengefasst:

 

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Tauchen im Walensee oder Bodensee:

Ist das nicht kalt?

 Antwort:

  Kurz: NEIN!  

Ausführlich: Mit der Temperatur verhält es sich ähnlich wie an Land auch: «Es gibt kein zu kaltes Wasser. Es gibt nur falsch angezogene Taucher.» In einem Trockentauchanzug ist es auch in 3°C kaltem Wasser wohlig warm, sofern man genug darunter anzieht.

Sieht man beim Tauchen was?

Antwort:

  Kurz: JA, klar!  

Ausführlich: Man sieht immer etwas beim Tauchen. In einem Schweizer See gibt es genauso grosse Fischschwärme wie im Meer. Der einheimische Wels kann bis zu drei Meter gross werden, also weit grösser als so mancher Meeresfisch. Neben Fischen sind Muscheln, Schnecken, Krebse, Süsswasserschwämme, Schwebegarnelen, Wasserpflanzen und andere Lebewesen zu bestaunen. Der See kann vor allem im Winter nahezu tot erscheinen. Im Sommer ist er jedoch voller Leben.

Neben Lebewesen sind für Taucher Wracks, Felswände, Ansaugstutzen der Wasserversorgung oder versunkene Bäume zu erkunden.

Besonders im Sommer, wenn die Algen im Bodenseewasser zahlreich werden, kann das Wasser zeitweise so trüb werden, dass man wirklich nahezu nichts mehr sieht. Nicht bei jedem Tauchgang muss man etwas sehen. Es ist z.B. eine Herausforderung und gute Navigationsübung, einen bestimmten Punkt unter Wasser ohne grosse Sicht zu finden.

Ich persönlich und viele andere Taucher geniessen das Schweben in der Schwerelosigkeit während eines Tauchgangs. Dabei muss man nichts sehen. Es gibt keine andere Tätigkeit, bei der ein "normaler" Mensch dem Gefühl eines Weltraumspaziergangs so nahe kommen kann wie bei einem Tauchgang.Swiss Divers - Alles über das Tauchen in der Schweiz

Mehr Details über das Tauchen in der Schweiz kannst du dir im Forum von SWISS DIVERS erfragen.

Gibt es im See gefährliche Tiere?

Antwort:

  Kurz: JA, aber nur eines.  

Ausführlich: In Schweizer Gewässern leben etwa 70 unterschiedliche Fischarten. Nicht wenige davon sind vom Aussterben bedroht.

Der Wels (Silurus glanis) ist das grösste einheimische Wasserlebewesen. Er wird bis zu 3 Meter gross, 150 Kilogramm schwer und über 60 Jahre alt. Trotz seiner eindrücklichen Grösse ist der Wels als äusserst friedlicher und wenig angriffslustiger Fisch bekannt.

Der mit Abstand aggressivste Fisch in der Schweiz ist sicherlich der Hecht (Esox lucius). Der für andere Fische äusserst gefährliche Jäger hat aber kein Interesse an Menschen und flieht gewöhnlich vor Tauchern. Obwohl man wirklich nicht mit seinen scharfen Zähnen in Berührung kommen möchte, ist kein einziger Fall bekannt, bei dem ein Taucher ernsthaft von einem Hecht angegriffen worden ist.

Süsswasserschwämme (Spongillidae) wären beim Verzehr hochgiftig, sind aber selbst bei direkter Berührung total ungefährlich. Während warmer Sommerperioden entwickeln sich Süsswasserquallen (Craspedacusta) in den Schweizer Seen. Diese 2cm grossen Quallen sind aber für Menschen ungiftig und deren Berührung ist schmerzfrei.

Ein Tier, das Tauchern und anderen Seebesuchern wirklich gefährlich werden kann, schwimmt an der Wasseroberfläche: der Höckerschwan (Cygnus olor). Beim Einstieg und Auftauchen muss man als Taucher darauf achten, Abstand zu Schwänen zu halten. Besonders wenn Jungtiere anwesend sind, können diese imposanten, leicht reizbaren Wasservögel zu einer ernsthafte Bedrohung werden. Der Schwan ist das einzige für Menschen gefährliche Tier in Schweizer Gewässern.

Warum soll ich in der Schweiz tauchen lernen?

Antwort:

  Kurz: Um die Ferien mehr geniessen zu können.  

Ausführlich: Taucher in New Zealand Es stellt einen Zeitaufwand von mehreren Stunden täglich dar, die Theorie für einen Tauchkurs zu lernen. Die meisten Urlauber wollten jedoch ihre Ferien/ihren Urlaub nicht mit Lernen zubringen.

Wer einen Tauchkurs zu Hause in der Schweiz absolviert, kann in den Ferien ganz entspannt an geführten Tauchgängen teilnehmen und das Meer geniessen, ohne dort Übungen machen oder Bücher wälzen zu müssen. Im Gegenteil, neben den geführten Tauchgängen bleibt meist noch genug Zeit, um zu relaxen oder das fremde Land zu erkunden.

Die Ferien sind immer zeitlich beschränkt, was bei einem Kurs zu unnötigem Stress führen kann. Bei einer Tauchausbildung in der Schweiz, herrscht weniger Zeitdruck, weil für die Absolvierung mehr als nur eine oder zwei Wochen zur Verfügung stehen.

Im See ist das Tauchen anspruchsvoller als im tropischen Meer. Bei einer Tauchausbildung in der Schweiz erlernt man deshalb das Tauchen besser als im tropischen Meer. Taucher, die den See kennen, empfinden das Tauchen im warmen Meer meist als wesentlich einfacher. Auf diese Weise kann man viel entspannter das bunte, warme Meer geniessen.

Ich bin bisher nur in den Ferien/im Urlaub getaucht und würde gerne auch in der Schweiz tauchen?

Antwort:

  Kurz: Mache deinen ersten Binnensee-Tauchgang zusammen mit einem lokalen Tauchlehrer.  

Ausführlich: Erfahrene Taucher, die schon viele Tauchgänge in warmen, klaren tropischen Gewässern absolviert haben, erleben ihre ersten Tauchgänge in Schweizer Gewässern meist als sehr anspruchsvoll und teilweise auch als total frustrierend. Nicht wenige fühlen sich dabei in ihre Zeit als Tauchanfänger zurückversetzt. Dies hängt mit der Andersartigkeit des Tauchens in Binnengewässern zusammen:

Der Tauchanzug ist viel dicker, das Wasser kälter und die Sicht begrenzt. Es ist möglicherweise dunkel und die Tarierung reagiert anders als im warmen Salzwasser. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass ein Ferientaucher nicht an solche Bedingungen gewöhnt ist. Er muss zuerst den See kennenlernen und Sicherheit darin finden. Leider unterschätzen viele Ferientaucher diese Akklimatisierung auf fahrlässige Weise. Das leichtfertige Übergehen der Unterschiede endet nicht selten in Stress und Panik unter dem Wasser sowie in Enttäuschung über das Erlebnis. Zahlreiche auf diese Weise frustrierte Taucher tauchen danach nie wieder in der Schweiz und entdecken deshalb auch nie die Schönheiten und Faszination der Schweizer Gewässer.

ein Egli im 
Vierwaldstättersee Es ist deshalb ratsam, die ersten Tauchgänge in der Schweiz überlegt und mit ortskundiger Begleitung zu unternehmen:

Es ist sinnvoll, sich bei den ersten Tauchgängen im See von einem lokalen Tauchlehrer begleiten zu lassen. Er kann einen Taucher professionell darauf vorbereiten und kennt die Gegebenheiten im See. Im Gegensatz zu "normalen" Tauchern kann ein Tauchlehrer selbst dann für die Sicherheit sorgen, wenn unter Wasser Überforderung und Panik entstehen.

Das Tauchen im See ist nicht schwieriger oder weniger interessant als im Meer, es ist nur total anders. Von den ersten Tauchgängen im See – bei denen die meisten Taucher hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt sind – sollte man sich kein allzu grosses Naturerlebnis erhoffen. Wer sich die nötige Zeit nimmt, um sich an die Bedingungen im See zu gewöhnen, wird sich bald darin zurechtfinden und seine Schönheiten und Faszination entdecken.Swiss Divers - Alles über das Tauchen in der Schweiz

Mehr Details über das Tauchen in der Schweiz kann man sich im Forum von SWISS DIVERS erfragen.

Gerätetauchen:

Wie lange dauert ein Tauchgang?

Antwort:

  Kurz: Kommt darauf an.  

Ausführlich:Taucher im GBR Die Tauchzeit wird durch mehrere limitierende Faktoren bestimmt. Der wichtigste Faktor ist die Tauchtiefe. Weil der Druck mit zunehmender Tiefe steigt, erhöht sich die Stickstoff-Sättigung im Körpergewebe des Tauchers. Gleichzeitig steigt der Atemgasverbrauch aufgrund des höheren Drucks.

Genauer: Während eines Tauchgangs geht Stickstoff im Körpergewebe des Tauchers in Lösung. Wird die Stickstoffsättigung zu hoch, drohen ein Tiefenrausch und schliesslich eine Stickstoffnarkose, was unter Wasser den Tod bedeuten kann. Dies begrenzt einerseits die Tauchzeit direkt und hat andererseits zur Folge, dass der Aufstieg aus der Tiefe nicht beliebig schnell erfolgen kann, weil sonst der im Körpergewebe des Tauchers gelöste Stickstoff ausperlt. Ein zu schneller Aufstieg kann zur lebensbedrohlichen Dekompressionskrankheit führen. Die deshalb nötigen Dekompressionsstopps während des Aufstiegs verkürzen wiederum die Grundzeit.

Je grösser die mitgeführte Tauchflasche ist, desto länger reicht der Atemgasvorrat. Normalerweise tauchen Sporttaucher mit 12- oder 15-Liter-Flaschen.

Neben der Tauchtiefe hat auch die Aktivität während des Tauchgangs einen Einfluss auf den Atemgasverbrauch eines Tauchers. Bei starker körperlicher Anstrengung, z.B. wegen einer starken Strömung, steigt die Atemfrequenz, was die Tauchzeit verkürzen kann.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Tauchgänge von Sporttauchern normalerweise zwischen etwa 20 Minuten und 2 Stunden dauern. Technische Taucher und Berufstaucher gehen mit spezieller Ausrüstung zum Teil auf über 6-stündige Tauchgänge.

Wie tief kann man tauchen?

Antwort:

  Kurz: Als Sporttaucher max. 50 Meter.  

Ausführlich: Sporttaucher tauchen normalerweise nicht tiefer als 56 Meter, weil darunter der Sauerstoff in der Atemluft toxisch (giftig) wird. Es droht eine akute Sauerstoffvergiftung. Spezielle Atemgasgemische, die einen reduzierten Sauerstoffanteil enthalten, ermöglichen es technischen Tauchern und Berufstauchern, in Tiefen von bis zu etwa 300 Metern abzutauchen. In noch grösseren Tiefen wird ein Panzertauchanzug benötigt, in dem der Taucher nicht mehr dem Umgebungsdruck ausgesetzt ist.

Du tauchst? Du kannst sicher gut schwimmen?

 Antwort:

  Kurz: Falsch!  

Ausführlich: Es gibt tatsächlich Taucher, die nicht schwimmen können. Das Gerätetauchen und der Schwimmsport haben etwa so viel gemeinsam wie das Alpinskifahren und das Schlittenfahren. Es sind zwei total unterschiedliche Welten. Nur das Wasser ist dasselbe und der Beinschlag ist ähnlich. Viele Taucher können sich in keiner Weise für den Schwimmsport erwärmen und sind keine wirklich guten Schwimmer. Natürlich ist es von grossem Vorteil, wenn man als Taucher auch gut schwimmen kann.

Wie verständigen sich Taucher unter Wasser?

 Antwort:

  Kurz: Mit Tauchzeichen.  

Ausführlich:Tauchzeichen: OK Es gibt 31 international nach ISO 24801-2 normierte Handzeichen. Diese 31 Tauchzeichen erlernt jeder Taucher in der Grundtauchausbildung und sie ermöglichen alle nötige Kommunikation unter Wasser.

Insgesamt gibt es über 200 nicht normierte Tauchzeichen, die sich regional durchaus leicht unterscheiden können. Die meisten dieser 200 Zeichen bezeichnen ein Lebewesen, das man im Wasser antreffen kann. Darüber hinaus gibt es zwei Zeichen für die Nacht, die mit der Taucherlampe gemacht werden.

Ist das Tauchen teuer?

Antwort:

  Kurz: Jein.  

Ausführlich:Dive shop in Kaikoura, NZ Das Teure am Tauchsport sind die Tauchausrüstung und teilweise auch die Ausbildung. Das Tauchen selbst ist weit günstiger als manch andere, viel weiter verbreitete Sportart. Ist die Ausrüstung angeschafft und die Ausbildung abgeschlossen, muss lediglich die Druckluft gekauft werden. Sie kostet etwa 6.- CHF pro Flasche oder in einem Jahresabonnement etwa 100.- CHF. In der Schweiz schlägt eine komplette kaltwassertaugliche Tauchausrüstung mit etwa 6'000.- CHF zu Buche. Für etwa 60.- CHF kann man eine komplette Ausrüstung für einen Tag mieten. Tauchausrüstungen, die nur in tropischen Gewässern gebraucht werden können, sind günstiger. Tauchkurse für Fortgeschrittene sind meist teurer als Anfängerkurse. Während eine Grundtauchausbildung in der Schweiz etwa 700.- CHF kostet, können Kurse für Fortgeschrittene weit über 1'000.- CHF kosten.

Ist das Tauchen gefährlich?

Antwort:

  Kurz: JA und Nein!  

Ausführlich: Tauchen kann tödlich sein! Werden die empfohlenen Limiten nicht eingehalten, droht der Tod. Tauchen ist wirklich kein Sport für Draufgänger, die gerne das Schicksal herausfordern. Draufgänger leben als Taucher meist nicht lange.

Diese Gefahren müssen jedoch relativiert werden: Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung ist das Tauchen z.B. sicherer als das alltägliche Autofahren oder das Schwimmen. Dies belegen alle Unfallstatistiken.

Wer besonnen handelt und richtig plant, kann das Risiko beim Tauchen auf nahezu Null reduzieren. Deshalb ist eine gute Tauchausbildung die wichtigste Voraussetzung, um Tauchunfälle zu vermeiden. Trotz allen Wissens und aller in der Ausbildung geübten Notfallverfahren sollte ein Taucher stets eine gesunde Portion Respekt vor den existierenden Gefahren haben.

Hast du nie Angst unter Wasser?

Antwort:

  Kurz: NEIN!  

Ausführlich: Angst ist beim Tauchen eine wirklich schlechte Voraussetzung. Sie kann zu tödlichen Fehlentscheidungen führen. Der gesunde Respekt vor den Risiken kann jedoch im entscheidenden Moment das Leben retten. Wer sich der Risiken bewusst ist und weiss, wie mit ihnen umzugehen ist, muss beim Tauchen keine Angst haben. Deshalb sind eine gute Tauchausbildung und die regelmässige Übung von zentraler Bedeutung, um angsterregenden Situationen vorzubeugen.

Es gibt einige wenige Menschen, die zu Panik neigen, sobald sie unter Wasser atmen sollten. Hierbei handelt es sich um eine psychische Angststörung, ähnlich der Klaustrophobie. Wer keine solche Reaktion zeigt, ist meist begeistert vom Tauchen. Bei einem Schnuppertauchgang kann jeder unter sicheren Bedingungen selbst herausfinden, ob er zu einer solchen Angststörung neigt.

Sind Haie für Taucher gefährlich?

Antwort:

  Kurz: Nein.  

Ausführlich: Die meisten Haie – egal wie gross sie sind – haben Angst vor Tauchern. Menschen passen nicht ins Beuteschema von Haien. Auf die meisten Meereslebewesen haben die Luftblasen, die ein Gerätetaucher ausstösst, eine ähnliche Wirkung wie das Feuer auf Wildtiere an Land: Sie flüchten. Dies gilt auch für Haie. Das menschliche Herz, anhand dessen Nervenimpulse ein Hai die Grösse einer potenziellen Beute schätzt, ist im Verhältnis zu Fischen so gross, dass jeder Hai von einem riesigen Fisch ausgeht, der grösser ist als er selbst. Haie greifen ihre Beute von unten an, weshalb Haiattacken auf Taucher selten sind. Schwimmer und Surfer, die sich an der Wasseroberfläche bewegen, sind der Bedrohung durch Haie viel stärker ausgesetzt. Für Taucher gibt es weit gefährlichere Tiere im Meer als die Haie. Hierzu zählen z.B. Quallen oder Stachelrochen.

Wieso nutzen Taucher normalerweise keinen Sauerstoff?

Antwort:

  Kurz: Weil sie normalerweise mit Druckluft tauchen.  

Ausführlich: Reiner Sauerstoff wird ab einer Tiefe von nur 7 Metern toxisch (giftig). Luft ist ein Gasgemisch, das nur zu 21% aus Sauerstoff besteht. Weil der Sauerstoff-Partialdruck in der Luft geringer ist als im reinen Sauerstoff, kann man mit normaler Luft in eine Tiefe von bis zu 56 Metern abtauchen. Aus diesem Grund nutzen die meisten Taucher keine Sauerstoffflaschen, sondern Druckluftflaschen.

Was geschieht, wenn unter dem Wasser der Sauerstoff ausgeht?

Antwort:

  Kurz: Man benutzt eine alternative Luftversorgung.  

Ausführlich:
1. Taucher tauchen nur sehr selten mit Sauerstoff. Meist wird mit Druckluft getaucht. Warum dies so ist, kannst du weiter oben lesen.

2. Ein Taucher berechnet schon bei der Planung eines Tauchgangs die benötigte Atemluft inklusive einer Reserve für Notfälle. Vor dem Tauchgang prüft jeder Taucher, ob seine Druckluftflasche genügend Luft enthält, um den geplanten Tauchgang zu machen.

3. Sollte trotz sorgfältiger Planung und Vorbereitung die Flasche leer werden oder eine technische Störung auftreten, so hat ein Taucher mindestens drei Minuten lang Zeit, um zu seinem Buddy (Tauchpartner) zu schwimmen, dessen alternative Luftversorgung zu greifen und daraus zu atmen. Nach einem solchen Notfallereignis sollte das Buddy-Team den Tauchgang abbrechen und so schnell als zulässig gemeinsam auftauchen.

Warum benötigen Taucher Bleigewichte?

Antwort:

  Kurz: Um den Auftrieb des Tauchanzugs aufzuheben.  

Ausführlich: Die Dichte des menschlichen Körpers ist nur ein wenig geringer als die Dichte von Wasser. Dies bedeutet, dass Menschen ohne Bekleidung einen negativen Auftrieb im Wasser aufweisen. Menschen, die sich nicht bewegen, sinken deshalb. Wird durch Bewegung ein leichter Auftrieb erzeugt, kann sich ein Schwimmer an der Wasseroberfläche halten.

Taucher benötigen selbst in relativ warmem Wasser einen Kälteschutz. Neoprenanzüge und Trockenanzüge enthalten beide Luft zur Isolation. Diese eingeschlossene Luft erzeugt einen starken Auftrieb. Durch die Bleigewichte, die ein Taucher mit sich führt, wird dieser Auftrieb aufgehoben. Nur deshalb kann ein Taucher auch wirklich abtauchen.

Je nach Art des Anzugs und der Druckluftflaschen können Taucher auch ohne Bleigewichte tauchen. Eine oder mehrere Stahlflaschen können unter Umständen ausreichend negativen Auftrieb erzeugen.

Was ist ein Tauchbrevet?

Antwort:

  Kurz: Ein Dokument, das den erfolgreichen Abschluss einer Tauchausbildung bestätigt.  

Ausführlich: Tauchbrevets sind weltweit anerkannte persönliche Dokumente, welche belegen, dass ein Taucher eine Tauchausbildung gemäss den jeweils dafür gültigen Standards erfolgreich abgeschlossen hat. Tauchbasen oder -schulen überprüfen oftmals das Tauchbrevet, bevor sie jemanden zu einer Ausfahrt oder Weiterbildung zulassen. Manchmal werden Tauchbrevets auch "Tauchschein", "Tauchzertifikat" oder einfach "C-Card" genannt.

Normalerweise kommen Tauchbrevets heute im Kreditkartenformat daher. Jedes Brevet besitzt eine eindeutige Nummer und kann meist online bei der Tauchorganisation, die es ausgestellt hatte, überprüft werden.

Für jeden Taucher ist wichtig, dass sie/er sein persönliches Logbuch gewissenhaft führt. Das Logbuch dokumentiert nachvollziehbar, wie viel Erfahrung ein Taucher seit seiner Ausbildung sammeln konnte. Das Logbuch wird oft auf Tauchbasen und bei Tauchschulen zusammen mit dem Brevet überprüft.

Ich will Tauchen lernen:

Woher weiss ich, ob mir das Tauchen gefällt oder nicht?

Antwort:

  Kurz: Wer das Tauchen nicht selbst erlebt hat, weiss nicht, ob es ihm/ihr gefällt.  

Ausführlich: Taucher im Indischen Ozean Es gibt viele Menschen die von sich behaupten, dass sie "niemals" tauchen könnten. Überwinden sie jedoch ihre Vorurteile und/oder Ängste und nehmen an einem Schnuppertauchen teil, gefällt es ihnen und sie werden zu begeisterten Tauchern. Und umgekehrt erleben nicht wenige Menschen, die von der Idee, das Tauchen zu erlernen, begeistert sind, bei einem Schnuppertauchen, dass es ihnen nicht im geringsten gefällt.

Deshalb muss jeder für sich selbst das Tauchen erleben, um wirklich beurteilen zu können, ob sie/er das Tauchen mag oder nicht. Das Tauchen ist kein Sport für jedermann.

Ein Schnuppertauchen ist die einfachste Möglichkeit, um das Tauchen unverbindlich zu erleben. Diese Angebote heissen für gewöhnlich Discovery Scuba Diving (DSD), Introductory Scuba Experience, Try Scuba Diving oder Passport Diver. Sie dauern meist etwa einen halben Tag und ermöglichen es, das Gerätetauchen unter professioneller Anleitung und in einer sicheren Umgebung zu erleben.

Warum soll ich in der Schweiz tauchen lernen?

Antwort:

  Kurz: Um die Ferien mehr geniessen zu können.  

Ausführlich: Taucher in New Zealand Es stellt einen Zeitaufwand von mehreren Stunden täglich dar, die Theorie für einen Tauchkurs zu lernen. Die meisten Urlauber wollten jedoch ihre Ferien/ihren Urlaub nicht mit Lernen zubringen.

Wer einen Tauchkurs zu Hause in der Schweiz absolviert, kann in den Ferien ganz entspannt an geführten Tauchgängen teilnehmen und das Meer geniessen, ohne dort Übungen machen oder Bücher wälzen zu müssen. Im Gegenteil, neben den geführten Tauchgängen bleibt meist noch genug Zeit, um zu relaxen oder das fremde Land zu erkunden.

Die Ferien sind immer zeitlich beschränkt, was bei einem Kurs zu unnötigem Stress führen kann. Bei einer Tauchausbildung in der Schweiz, herrscht weniger Zeitdruck, weil für die Absolvierung mehr als nur eine oder zwei Wochen zur Verfügung stehen.

Im See ist das Tauchen anspruchsvoller als im tropischen Meer. Bei einer Tauchausbildung in der Schweiz erlernt man deshalb das Tauchen besser als im tropischen Meer. Taucher, die den See kennen, empfinden das Tauchen im warmen Meer meist als wesentlich einfacher. Auf diese Weise kann man viel entspannter das bunte, warme Meer geniessen.

Ich habe jedes Mal Schmerzen in den Ohren, wenn ich im Schwimmbad tauche. Kann ich trotzdem tauchen?

Antwort:

  Kurz: Wahrscheinlich JA!  

Ausführlich: Das menschliche GehörIn jeder Grundtauchausbildung erlernt der Tauchschüler den Druckausgleich. Dadurch gehören die schmerzenden Ohren meist der Vergangenheit an.

Nur selten gibt es medizinische Gründe für schmerzende Ohren beim Tauchen. Bei einer Tauchtauglichkeitsuntersuchung kann ein Arzt solche medizinischen Probleme in der Regel erkennen.

Was sind die Voraussetzungen für eine Tauchausbildung?

Antwort:

  Kurz: Eine ärztlich bestätigte Tauchtauglichkeit, normale körperliche Fitness und ein Alter von mindestens 8 Jahren.  

Ausführlich:Ein Tauch-Kurs Bevor man einen Tauchkurs beginnt, sollte man sich von einem Arzt die Tauchtauglichkeit bestätigen lassen. Es gibt einige körperliche und psychische Erkrankungen, bei denen das Tauchen lebensgefährlich sein kann. Solchen Risiken versucht eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung vorzubeugen.

Das Tauchen ist keine Hochleistungssportart und wird von Tauchern meist als nicht besonders anstrengend empfunden. Viele Bewegungen fallen im Wasser leichter als an Land. Diese Tatsache täuscht darüber hinweg, dass das Tauchen durchaus einige Anforderungen an die Fitness stellt: Bei einem Tauchgang schwimmt der Taucher teilweise mehr als eine Stunde lang im Wasser. Tauchen ist eine Sportart und nicht einfach nur Baden. Eine durchschnittliche körperliche Fitness ist deshalb unerlässlich. Eine gute körperliche Fitness verringert zudem die Gefahr von Tauchunfällen.

Tauchkurse für Erwachsene können ab einem Alter von 14 oder 16 Jahren besucht werden. Tauchkurse für Kinder gibt es ab einem Alter von 8 Jahren.

 

Wie kann ich das Tauchen erlernen?

Antwort:

  Kurz: In einer Grundtauchausbildung.  

Ausführlich:Lehrmittel für die Tauchausbildung Der Einstieg in die Welt des Tauchens erfolgt normalerweise über einen Grundtauchkurs. Diese Ausbildung wird «Open Water Diver» (OWD), «Ein-Stern-Taucher», «Autonomous Diver» oder «Ocean Diver» genannt. Diese Ausbildungen erfüllen die Vorgaben der internationalen Norm ISO 24801-2. In einem Grundtauchkurs erlernt der Tauchschüler alles für die Teilnahme an Tauchgängen bis in eine Tiefe von 18 oder 20 Metern. Weltweit kostet eine Grundtauchausbildung umgerechnet rund 400.- CHF und dauert 3 bis 5 Tage. Grundtauchausbildungen, die weniger als 3 Tagen dauern, gehören meist nicht zu den seriösesten Angeboten.

Ist es schwer, das Tauchen zu erlernen?

Antwort:

  Kurz: Normalerweise nicht.  

Ausführlich: Das Sporttauchen ist einfacher zu erlernen, als es sich die meisten Nichttaucher vorstellen. Beim Tauchen werden keine überdurchschnittlichen intellektuellem, mentalem, konditionellen, fein- oder grobmotorischen Leistungen verlangt. Wer aber in einem dieser Bereiche deutlich eingeschränkt ist, empfindet das Erlernen des Tauchens möglicherweise als sehr herausfordernd.

Man sollte den Aufwand zum Erlernen der Tauchtheorie nicht unterschätzen. Es ist von grossem Vorteil, wenn ein Tauchschüler über ein Grundverständnis der Mathematik, Physik, Pneumatik und Medizin verfügt. Für Tauchschüler mit Lernschwierigkeiten (z.B. Legasthenie oder Dyskalkulie) oder unzureichenden Sprachkenntnissen kann die Tauchtheorie zu einem Hindernis werden, welches sie nur mit vielen zusätzlichen Lektionen mit einem Tauchlehrer überwinden können.

Ein guter und fortgeschrittener Taucher zu werden, bedingt viel Training und Erfahrung. Vor allem die perfekte Tarierung ist nicht einfach zu erlernen. Wer motorisch oder konditionell eingeschränkt ist, kann auch bei anderen Übungen während eines Tauchkurses an seine Grenzen kommen. Man muss aber kein besonders guter Schwimmer sein, um das Tauchen zu erlernen.

Die fremde Umgebung unter dem Wasser kann auch zu einer psychischen oder mentalen Belastung werden. Nervosität, Ängste, Phobien oder Unsicherheit können das Erlernen des Tauchports erheblich erschweren oder gar verunmöglichen.

Es gibt so viele Tauchorganisationen. Welche ist die Beste?

Antwort:

  Kurz: Keine.  

Ausführlich: Die unterschiedlichen Tauchorganisationen stellen letztlich nur unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel dar. Deshalb ist es schwierig, zu sagen, welche die Beste ist. Wahrscheinlich ist nicht jede Tauchorganisation für jedermann gleich gut geeignet. Manche Taucher erheben die Frage nach der Tauchorganisation zu einer nahezu schon religiösen Frage und übersehen dabei, dass ihre eigene Erfahrung nicht gleichermassen für andere Menschen gelten muss.

Es gibt weltweit über 100 Tauchorganisationen. Diese Firmen und Verbände haben oft ihre ganz eigene Ausbildungsphilosophie. Weil heute die meisten gemäss der Norm ISO 24801 arbeiten, können Taucher problemlos die Tauchorganisation wechseln.

Will man weltweit tauchen können, lohnt es sich sicherlich, Tauchkurse bei einer Tauchschule zu absolvieren, die einer der fünf grossen internationalen Tauchorganisationen angeschlossen ist:

PADI: Professional Association of Diving InstructorsDie weltweit grösste Tauchorganisation bietet eine gute Tauchausbildung im amerikanischen Stil. Das «dive now»-Konzept bedeutet, dass man gleich am ersten Tag einer Tauchausbildung im Wasser tauchen wird. PADI-Tauchbasen findet man in jedem entlegenen Winkel der Welt.
SSI: Scuba Schools InternationalDas Ausbildungssystem ist in zahlreiche kleine Kurse aufgeteilt. Keine andere Tauchorganisation bietet eine so feine Abstufung der Ausbildungen wie SSI. Dieser hohe Modularisierungsgrad hat jedoch einen hohen finanziellen Preis. SSI-Basen findet man weltweit, sie sind jedoch deutlich weniger weit verbreitet als PADI-Basen.
NAUI: National Association of Underwater InstructorsDie weltweite Nummer drei bietet ein sehr ähnliches Ausbildungssystem wie PADI. Tendenziell stellen NAUI-Ausbildungen höhere Anforderungen an die Tauchschüler als PADI- und SSI-Kurse. NAUI-Tauchbasen gibt es vorwiegend in Nord- und Mittelamerika sowie in der Karibik.
CMAS: Confédération Mondiale des Activités SubaquatiquesCMAS bietet eine Ausbildungsstufe weniger als die meisten anderen Tauchorganisationen, was die einzelnen Kurse anspruchsvoller macht. Die Theorieprüfung muss bestanden werden, bevor der Tauchschüler ins Wasser darf. CMAS ist vorwiegend in Europa und in den ehemaligen französischen Kolonien aktiv. In gewissen Regionen der Welt ist CMAS nahezu unbekannt. CMAS ist im Gegensatz zu PADI, SSI und NAUI keine Firma, sondern als internationaler nicht gewinnorientierter Verband mit zahlreichen nationalen Mitgliedsverbänden, die mit eigenem Namen auftreten, organisiert. In der Schweiz wird CMAS vom SUSV, CMAS.ch und dem deutschen IAC vertreten. Gerade in Europa arbeiten viele CMAS-Tauchlehrer in lokalen Tauchvereinen ehrenamtlich, was jedoch keineswegs bedeutet, dass CMAS-Ausbildungen günstiger wären als die Ausbildungen anderer Tauchorganisationen.
BSAC: British Sub-Aqua ClubDie Ausbildung ist ähnlich aufgebaut wie bei CMAS. Der britische Tauchverband ist vorwiegend in Grossbritannien, Indochina, Japan und Südkorea verbreitet.

Wichtiger als die Tauchorganisation ist bei jeder Tauchausbildung der Tauchlehrer, der die Ausbildung leitet. Die beste Tauchorganisation nützt wenig, wenn der Tauchlehrer schlecht arbeitet.

Leider gibt es bei jeder Tauchorganisation schwarze Schafe, die versuchen, auf Kosten einer guten Tauchausbildung ihren eigenen Gewinn zu optimieren. Diese schwarzen Schafe sind für Anfänger und teilweise nicht einmal für erfahrene Taucher im Vorhinein als solche erkennbar.

Kann ich mit einer Brille oder Kontaktlinsen tauchen?

Antwort:

  Kurz: JA!  

Ausführlich:Junger Taucher mit Tauchermaske Die einfachste Möglichkeit für Brillen- und Kontaktlinsenträger besteht meist darin, für Tauchgänge günstige Tages-Kontaktlinsen zu tragen. Sie sind in jedem Optikergeschäft oder im Onlinehandel erhältlich. Solche weichen Kontaktlinsen gehen selbst dann nicht verloren, wenn man unter Wasser die Tauchmaske abnimmt und die Augen offen behält. Der Wasserdruck presst die Linse aufs Auge und hält sie in Position. Vorsicht ist nur dann geboten, wenn man sich ohne Maske an der Wasseroberfläche aufhält oder ins Wasser springt. Dann kann durch Wellen oder das Eintauchen ins Wasser eine Linse leicht aus dem Auge gespült werden.

Eine weitere Möglichkeit für Brillenträger besteht darin, die persönliche Tauchmaske von einem Optiker mit geschliffenen Einsätzen versehen zu lassen. So wird eine scharfe Sicht unter Wasser auch ohne Kontaktlinsen möglich.

Können Kinder das Gerätetauchen erlernen?

Antwort:

  Kurz: JA!  

Ausführlich: Obwohl die Frage, wie sich der erhöhte Druck während eines Tauchgangs auf den wachsenden Körper eines Kindes auswirkt, noch nicht abschliessend geklärt ist, sind sich die Tauchmediziner einig, dass das Kindertauchen – sofern es innerhalb der empfohlenen Regeln stattfindet – keine gesundheitlichen Schäden nach sich zieht.

Kinder ab 8 Jahren können Tauchkurse besuchen und dort spielerisch in den Umgang mit dem Drucklufttauchgerät in einem Swimmingpool erlernen. Ab einem Alter von 10 Jahren können Kinder ein Junior-Brevet erwerben, das ihnen in Begleitung eines erwachsenen Tauchers das Tauchen im offenen Meer oder in einem See erlaubt. Es wird empfohlen, mit Kindern nicht tiefer als 12 Meter zu tauchen. Von mehr als einem Tauchgang pro Tag wird ebenfalls abgeraten.

Ab einem Alter von 14 oder 16 Jahren kann ein/e Jugendlicher/e an Kursen für Erwachsene teilnehmen. Tauchführer- (Divemaster) und Tauchlehrerausbildungen (Instructor) bleiben jedoch jungen Erwachsenen ab 18 oder 20 Jahren vorbehalten, weil sich bei diesen Tätigkeiten rechtliche Fragen auftun können.

Muss ich eine Tauchausbildung absolviert haben, um das Gerätetauchen ausüben zu dürfen?

 Antwort:

  Kurz: Ja und nein.  

Ausführlich: Tauchschüler In der Schweiz gibt es keine rechtlichen Bestimmungen (abgesehen von den Regeln zur Taucherflagge in der Eidgenössischen Binnenschifffahrtsverordnung), welche direkt das Gerätetauchen betreffen. Deshalb gibt es auch keine Ausbildungspflicht für das Tauchen in Schweizer Gewässern. Es ist jedoch sehr wichtig, zu beachten, dass sich eine Krankenkasse oder Unfallversicherung wahrscheinlich weigern würde, die vollständigen Rettungs-, Behandlungs- und/oder Invaliditätskosten zu tragen, falls ein unausgebildeter Taucher verunfallen sollte. Wahrscheinlich würde jedes Schweizer Gericht das Tauchen ohne eine entsprechende Ausbildung zu Recht als grob fahrlässig einstufen.

Jeder Tauchbasis, jedem Tauchlehrer und jedem Tauchpartner steht es frei, einen nicht durch eine der bekannten internationalen Tauchorganisationen brevetierten Taucher für einen Tauchgang abzulehnen oder ihn/sie zuvor zu testen. Meist ist es ohne das Vorlegen eines gültigen Tauchbrevets unmöglich, Tauchausrüstung zu kaufen oder zu mieten.

Im Ausland gelten teilweise viel strengere und andere Regeln als in der Schweiz: In Australien und einigen anderen Ländern ist z.B. eine Grundtauchausbildung, die mindestens die Norm ISO 24801-1 erfüllt, gesetzlich vorgeschrieben. In Deutschland und Österreich sind viele Gewässer in privatem Besitz. Deshalb kann der Besitzer beliebig bestimmen, welche Tauchausbildung und/oder -erfahrung vorausgesetzt werden.

(Ich bin kein Jurist und kann nicht für die Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Angaben auf dieser Webseite garantieren.)

Darf ich nach dem Abschluss meiner Tauchausbildung weltweit tauchen?

Antwort:

  Kurz: Grundsätzlich JA.  

Ausführlich: Die meisten Tauchausbildungen sind nach ISO 24801 normiert. Diese internationale Norm wurde nicht zuletzt deshalb geschaffen, um die weltweite Anerkennung von Tauchbrevets zu vereinfachen. Trotzdem kann es in einigen Weltregionen bei der Anerkennung von Brevets von einer weniger bekannten Tauchorganisation immer noch zu Problemen kommen. Deshalb lohnt es sich, einen Tauchkurs bei einem Tauchlehrer von einer der vier grössten Tauchorganisationen zu machen (PADI, SSI, CMAS und NAUI).

Was ist ein Tauchbrevet?

Antwort:

  Kurz: Ein Dokument, das den erfolgreichen Abschluss einer Tauchausbildung bestätigt.  

Ausführlich: Tauchbrevets sind weltweit anerkannte persönliche Dokumente, welche belegen, dass ein Taucher eine Tauchausbildung gemäss den jeweils dafür gültigen Standards erfolgreich abgeschlossen hat. Tauchbasen oder -schulen überprüfen oftmals das Tauchbrevet, bevor sie jemanden zu einer Ausfahrt oder Weiterbildung zulassen. Manchmal werden Tauchbrevets auch "Tauchschein", "Tauchzertifikat" oder einfach "C-Card" genannt.

Normalerweise kommen Tauchbrevets heute im Kreditkartenformat daher. Jedes Brevet besitzt eine eindeutige Nummer und kann meist online bei der Tauchorganisation, die es ausgestellt hatte, überprüft werden.

Für jeden Taucher ist wichtig, dass sie/er sein persönliches Logbuch gewissenhaft führt. Das Logbuch dokumentiert nachvollziehbar, wie viel Erfahrung ein Taucher seit seiner Ausbildung sammeln konnte. Das Logbuch wird oft auf Tauchbasen und bei Tauchschulen zusammen mit dem Brevet überprüft.

PADI Open Water Diver-Kurs:

Wie läuft ein Open Water Diver-Kurs ab?

Antwort:

  Kurz: Theorie-, Schwimmbad- und Freiwasserlektionen.  

Ausführlich: Ein PADI Open Water Diver (OWD)-Kurs gliedert sich in drei Teile:

  1. Theorielektionen und theoretische Prüfung,
  2. Praxislektionen im Schwimmbad und
  3. Praxislektionen im Freiwasser.

Der Tauchschüler liest das OWD-Manual und schaut die Videos normalerweise selbstständig vor dem Kursbeginn. Die Theorie umfasst insgesamt 5 Lektionen. Alternativ kann die Theorie im Internet durch eLearning oder auf einem Tablett mit OWD-Touch absolviert werden.

 

Ablauf OWD

 


Zu Beginn des OWD-Kurses gibt es einige Dokumente zu unterzeichnen, die das rechtliche Verhältnis zwischen dem Tauchschüler, dem Tauchlehrer, der Tauchschule und PADI regeln. Meist werden auch die Kontaktdaten erfasst und der Gesundheitszustand des Tauchschülers dokumentiert.

In 5 Schwimmbadlektionen werden insgesamt 42 Grundfertigkeiten des Tauchens erlernt und bei mehrmaligen Wiederholungen geübt. Der Tauchlehrer erklärt alles Schritt für Schritt und sorgt für die Sicherheit seiner Schüler. Es ist gut möglich, dass ein Divemaster dem Instructor (Tauchlehrer) während der Ausbildung assistiert. Die Schwimmbadlektionen können parallel zum Erlernen der Theorie stattfinden. Anstelle eines Schwimmbeckens kann es sich auch um eine seichte Stelle ohne Strömung in einem See oder Meer handeln. Eine Lektion dauert in der Regel etwa 20 bis 45 Minuten.

Nach dem Abschluss der ersten 3 Theorie- und Schimmbadlektionen können die ersten Freiwasserlektionen im See oder Meer erfolgen. Insgesamt gibt es im OWD-Kurs 4 Freiwasser-Tauchgänge. Der Tauchlehrer erklärt alles dafür Nötige und sorgt für die Sicherheit aller Schüler. Während jedes Freiwassertauchgangs werden in einem ersten Teil die im Schwimmbad erlernten Fertigkeiten repetiert. Der Tauchlehrer bewertet dabei, ob der Tauchschüler diese Fertigkeiten sicher genug beherrscht. Im zweiten Teil jedes Freiwassertauchgangs wird die Unterwasserwelt unter Führung des Tauchlehrers erkundet. Ein Tauchgang dauert in der Regel etwa 20 bis 45 Minauten.

Nachdem alle 9 Tauchgänge erfolgreich absolviert worden sind, der Tauchschüler die theoretische Prüfung bestanden hat und der Kurs bezahlt worden ist, überreicht der Tauchlehrer dem Tauchschüler ein provisorisches OWD-Brevet. Das definitive Brevet im Kreditkartenformat wird dem Taucher von PADI per Post nach Hause zugestellt.

Ist die Theorie des Open Water Diver-Kurses schwierig?

Antwort:

  Kurz: Nein, in der Regel nicht.  

Ausführlich: Die 5 Kapitel des PADI Open Water Diver-Manuals stellen keine besonders hohen intellektuellen Anforderungen. Es ist jedoch von Vorteil, wenn der Tauchschüler über ein Grundverständnis der Mathematik, Physik, Pneumatik und Medizin verfügt.

Zu jeder Theorieeinheit gehören das Lesen des Manuals, das Beantworten der Knowledge-Review-Fragen und das Schauen der Videos. Der Tauchschüler lernt die 5 Theoriekapitel normalerweise selbstständig vor Kursbeginn. Man sollte den Zeitaufwand, der für das Erlernen der Theorie nötig ist, nicht unterschätzen: Es wird empfohlen, für jedes Kapitel 2 bis 4 Stunden Zeit einzuplanen. Parallel zum Erlernen der Theorie können bereits praktische Lektionen im Wasser stattfinden.

Alternativ kann die Theorie im Internet durch eLearning oder auf einem Tablett mit OWD-Touch absolviert werden.

Für Tauchschüler mit Lernschwierigkeiten (z.B. Legasthenie oder Dyskalkulie) oder mit unzureichenden Sprachkenntnissen können spezielle Lernformen wie der Frontalunterricht oder zusätzliche Lektionen mit einem Tauchlehrer sinnvoll sein. Für jeden Schüler wird individuell die optimale Form gesucht.

Gibt es im Open Water Diver-Kurs eine Prüfung?

Antwort:

  Kurz: JA.  

Ausführlich: Durch das Besprechen der Knowledge Reviews und den sogenannten Quizzes (eine Art Mini-Zwischenprüfung mit jeweils 10 Fragen) überprüft der Tauchlehrer die Lernfortschritte bezüglich der insgesamt 5 Theoriekapitel. Dies ermöglicht den Tauchschülern, die Lerninhalte zu repetieren und zu vertiefen. Unklarheiten können im Gespräch mit dem Tauchlehrer ausgeräumt werden.

In der theoretischen Abschlussprüfung sind im Multiple-Choice-Verfahren 50 Fragen zu allen Inhalten der 5 Kapitel der PADI Open Water Diver (OWD)-Theorie zu beantworten. Es gibt kein Zeitlimit bei dieser Prüfung. Es müssen jedoch mindestens 38 Fragen (75%) korrekt beantwortet werden. Gelingt dies nicht, kann die Abschlussprüfung beliebig oft wiederholt werden, bis die nötige Punktzahl erreicht wird.

Bei der theoretischen Abschlussprüfung und den Quizzes entstehen die meisten Fehler deshalb, weil die Tauchschüler die Fragen und Antwortmöglichkeiten zu ungenau lesen. Deshalb empfiehlt es sich, sich die nötige Zeit zum genauen Lesen zu nehmen.

Es gibt keine praktische Prüfungen im PADI Open Water Diver-Kurs. Der Tauchlehrer beurteilt die Fortschritte des Tauchschülers fortlaufend. Jede Fertigkeit, die im Wasser geübt wird, bewertet der Tauchlehrer. Entspricht die Ausführung der jeweiligen Übung noch nicht den von PADI vorgegebenen Anforderungen, lässt der Tauchlehrer den Schüler die Übung wiederholen. Erst wenn der Tauchschüler alle praktischen Fertigkeiten des OWD sicher beherrscht, kann er als OWD brevetiert werden.

Wie kann ich mich auf den Open Water Diver-Kurs vorbereiten?

Antwort:

  Kurz: Tauchtauglichkeitsuntersuchung, körperliche Fitness, gesunde Ohren und das OWD-Manuel lesen.  

Ausführlich:
1.   Bevor man einen Tauchkurs beginnt, sollte man sich von einem Arzt die Tauchtauglichkeit bestätigen lassen. Es gibt einige körperliche und psychische Erkrankungen, bei denen das Tauchen lebensgefährlich sein kann. Solchen Risiken versucht eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung vorzubeugen.

2.   Das Tauchen ist keine Hochleistungssportart und wird von Tauchern meist als nicht besonders anstrengend empfunden. Viele Bewegungen fallen im Wasser leichter als an Land. Diese Tatsache täuscht jedoch leicht darüber hinweg, dass das Tauchen durchaus einige Anforderungen an die Fitness stellt: Bei einem Tauchgang schwimmt der Taucher teilweise mehr als eine Stunde lang im Wasser. Tauchen ist eine Sportart und nicht einfach nur Baden. Eine durchschnittliche körperliche Fitness ist deshalb unerlässlich. Eine gute körperliche Fitness verringert zudem die Gefahr von Tauchunfällen. Deshalb kann z.B. regelmässiges Joggen oder Schwimmtraining eine gute Vorbereitung für einen Tauchkurs sein.

3.   Das menschliche Gehör Das menschliche Ohr besitzt durch den Ohrenschmalz (Cerumen) einen sehr guten natürlichen Schutz gegen Wasser und eindringende Keime. Durch zu häufiges Reinigen der Gehörgänge kann dieser Schutz leicht zerstört werden. Beim Tauchen kann dies sehr schnell zu Ohrenproblemen führen. Im schlimmsten Fall entsteht eine Mittelohrentzündung. Deshalb wird dringend empfohlen, die Reinigung der Ohren durch Wattestäbchen und Ähnliches vor dem Tauchen für mindestens eine Woche zu unterlassen.

4.   Der Tauchschüler liest das PADI Open Water Diver-Manual und schaut die Videos normalerweise selbständig vor Kursbeginn an. Wenn möglich, empfiehlt es sich deshalb, von der Tauchschule das Manual und die Videos dazu mehrere Wochen vor Kursbeginn zu verlangen. Auch die Beantwortung der im Manual enthaltenen Knowledge-Review-Fragen geschieht vor Kursbeginn. Alternativ kann die Theorie im Internet durch eLearning oder auf einem Tablett mit OWD-Touch absolviert werden. Es wird empfohlen, für jedes Kapitel 2 bis 4 Stunden Zeit einzuplanen.

Welche Ausrüstung benötige ich für einen Open Water Diver-Kurs?

Antwort:

  Kurz: Die komplette Tauchausrüstung.  

Ausführlich: Für den Open Water Diver (OWD)-Kurs werden die folgenden Ausrüstungsgegenstände benötigt:

  1. Tauchmaske mit getemperten Gläsern
  2. Schnorchel
  3. Tauchflossen
  4. Tauchanzug
  5. Kopfhaube
  6. Taucherhandschuhe
  7. Füsslinge
  8. Tarierjacket mit Inflator und Signalpfeife
  9. Tauchcomputer
  10. Kompass
  11. Atemregler mit Oktopus und Finimeter
  12. 12- oder 15-Liter-Tauchflasche
  13. Bleigurt oder Bleitaschen
  14. Bleigewichte
  15. Signalboje
  16. (Taucherflagge)

Die gesamte Ausrüstung nur für einen OWD-Kurs zu kaufen, lohnt sich wohl nicht. Deshalb ist es meist die einfachste und günstigste Lösung, die ganze Ausrüstung oder Teile davon bei der Tauchschule, bei welcher der Kurs stattfindet, zu mieten. Oft ist im Kurspreis die Mietausrüstung bereits enthalten.

Was ist, wenn ich den Open Water Diver-Kurs unterbrechen muss?

Antwort:

  Kurz: Den OWD unterbrechen oder ein SD-Brevet erwerben.  

Ausführlich: Es kommt hin und wieder vor, dass ein Tauchschüler aus gesundheitlichen Gründen einen PADI Open Water Diver (OWD)-Kurs unterbrechen muss. Ebenso gibt es Tauchschüler, die wiederholt an der Theorieprüfung oder an den praktischen Übungen im Wasser scheitern. Oft benötigen solche Schüler einfach nur mehr Zeit und Ruhe zum Lernen oder zusätzliche Trainingslektionen im Wasser. Teilweise lassen jedoch die momentanen Lebensumstände eines Schülers einen höheren Zeitaufwand nicht zu. Wieder andere Tauchschüler müssen sich ungeplant eine längere Zeit von einer Krankheit oder einem Unfall erholen.

In all diesen Fällen kann der Tauchlehrer ein sogenanntes Überweisungsformular ausstellen, mit dem der Tauchkurs innerhalb von 12 Monaten bei einem beliebigen anderen PADI-Tauchlehrer fortgesetzt werden kann.

Danaben besteht auch die Möglichkeit, nach der Hälfte des OWD (nach 3 Theorie-, 3 Schimmband- und 2 Freiwasserlektionen) ein sogenanntes PADI Scuba Diver (SD)-Brevet zu bekommen. Ein SD taucht immer zusammen mit einem Tauchlehrer (Instructor) oder Divemaster und ist gegenüber dem OWD in der Tauchtiefe eingeschränkt. Ein SD-Brevet wird bei einer späteren Fortsetzung des OWD angerechnet.

Was ist, wenn ich den Open Water Diver-Kurs nicht beenden kann/will?

Antwort:

  Kurz: Ein Abbruch, aber auch eine spätere Fortsetzung ist jederzeit möglich.  

Ausführlich: Es kommt hin und wieder vor, dass ein Tauchschüler aus gesundheitlichen Gründen einen PADI Open Wather Diver (OWD)-Kurs ganz abbrechen muss. Andere Schüler verlieren das Interesse am Tauchen oder der Aufwand zum Erlernen der Theorie oder der praktischen Übungen ist ihnen zu hoch. Selten kommt es auch vor, dass ein Anfänger Ängste oder handfeste Phobien unter dem Wasser entwickelt. In all diesen Fällen ist der Abbruch des Tauchkurses sinnvoll. Nicht jedermann ist für das Tauchen geeignet. Da lohnt es sich wirklich, ehrlich mit sich selbst zu sein.

Auf Wunsch kann der Tauchlehrer bei einem Kursabbruch ein sogenanntes Überweisungsformular ausstellen, mit dem der Tauchkurs innerhalb von 12 Monaten bei einem beliebigen anderen PADI-Tauchlehrer fortgesetzt werden kann.

Danaben besteht auch die Möglichkeit, nach der Hälfte des OWD (nach 3 Theorie-, 3 Schimmband- und 2 Freiwasserlektionen) ein sogenanntes PADI Scuba Diver(SD)-Brevet zu bekommen. Ein SD taucht immer zusammen mit einem Tauchlehrer (Instructor) oder Divemaster und ist gegenüber dem OWD in der Tauchtiefe eingeschränkt. Ein SD-Brevet wird bei einer späteren Fortsetzung des OWD angerechnet.

Vielfach müssen bei einem Kursabbruch der ganze Kurs und das gesamte Lehrmaterial bezahlt werden.

Ich tauche auch:

Ich habe vor Kurzem eine Grundtauchausbildung abgeschlossen. Was nun?

Antwort:

  Kurz: Tauchen, tauchen, tauchen, tauchen...  

Ausführlich: Auch wenn es Anfänger gibt, die selbst vom Gegenteil überzeugt sind, beherrscht in der Praxis kaum jemand kurz nach einem Open Water Diver(OWD)- oder Ein-Stern-Kurs das Tauchen schon wirklich gut. Mit 5 bis 10 Freiwasser-Tauchgängen ist jeder noch ein blutiger Anfänger. Um wirklich entspannt und sicher zu tauchen, benötigt die grosse Mehrheit der Taucher einen Erfahrungsschatz von weit mehr als 50 Tauchgängen.

Deshalb kann ich allen Anfängern nur empfehlen: tauchen, tauchen, tauchen, tauchen...
Nur durch regelmässiges Training wird aus einem Anfänger allmählich ein sicherer Taucher, der einen Tauchgang entspannt geniessen kann – "Übung macht den Meister". Schliesse dich einer Tauchgruppe oder einem Tauchverein in deiner Nähe an und nimm regelmässig an deren Tauchgängen teil. Dies ist die beste Möglichkeit, um die taucherischen Fertigkeiten und das Wissen über die Tauchtheorie zu bewahren und zu vertiefen.

Hat ein Anfänger eine gewisse Tauchroutine erlangt, ist es wirklich lohnenswert, sich weiterzubilden. Nur eine Rescue Diver(RD)- oder Zwei-Stern-Ausbildung versetzt einen Taucher in die Lage, seinem Buddy im Notfall das Leben retten zu können.

Muss ich mein Tauchbrevet regelmässig erneuern?

Antwort:

  Kurz: Nein.  

Ausführlich:Fische Tauchbrevets verfallen nicht. Sie sind weltweit anerkannte Dokumente, welche belegen, dass ein Taucher eine Tauchausbildung gemäss den jeweils dafür gültigen Standards erfolgreich abgeschlossen hat.

Wichtig für einen Taucher ist, dass er/sie sein persönliches Logbuch gewissenhaft führt. Das Logbuch dokumentiert nachvollziehbar, wie viel Erfahrung ein Taucher seit seiner Ausbildung sammeln konnte.

Wer mehrere Jahre lang nicht mehr getaucht ist, hat möglicherweise in der Zwischenzeit wichtige Punkte aus der Tauchtheorie vergessen und einst erlernte Handgriffe fallen nicht mehr so leicht wie damals. Besonders das sichere Beherrschen der Tarierung kann verloren gegangen sein, was ein erhebliches Risiko darstellen kann. Deshalb wird empfohlen, einen sogenannten Refresher-Kurs zu absolvieren, bevor man erneut mit einem Buddy oder einer Gruppe taucht.

Ich bin ausgebildeter Taucher, aber bin seit Jahren nicht mehr getaucht. Welche Möglichkeiten habe ich, um wieder mit dem Tauchen zu beginnen?

 Antwort:

  Kurz: Absolviere einen Refresher-Kurs.  

Ausführlich: Wer mehrere Jahre lang nicht mehr getaucht ist, hat möglicherweise in der Zwischenzeit wichtige Punkte aus der Tauchtheorie vergessen und einst erlernte Handgriffe fallen nicht mehr so leicht wie damals. Besonders das sichere Beherrschen der Tarierung kann verloren gegangen sein, was ein erhebliches Risiko darstellen kann.

Wer mehrere Jahre gar nicht oder nur selten getaucht ist, sollte deshalb einen sogenannten Refresher-Kurs absolvieren, bevor er erneut mit einem Buddy oder einer Gruppe taucht. Ein Refresher-Kurs dauert ein bis zwei Tage und repetiert die wichtigsten Inhalte einer Grundtauchausbildung in Theorie und Praxis. Die Kosten dafür belaufen sich weltweit auf 50 bis 150 CHF.

Schliesse dich danach einer Tauchgruppe oder einem Tauchverein in deiner Nähe an und nimm regelmässig an deren Tauchgängen teil. Dies ist die beste Möglichkeit, um die taucherischen Fertigkeiten und das Wissen über die Tauchtheorie zu bewahren und zu vertiefen. Nur regelmässige "Übung macht den Meister."

Ich bin bisher nur in den Ferien/im Urlaub getaucht und würde gerne auch in der Schweiz tauchen?

Antwort:

  Kurz: Mache deinen ersten Binnensee-Tauchgang zusammen mit einem lokalen Tauchlehrer.  

Ausführlich: Erfahrene Taucher, die schon viele Tauchgänge in warmen, klaren tropischen Gewässern absolviert haben, erleben ihre ersten Tauchgänge in Schweizer Gewässern meist als sehr anspruchsvoll und teilweise auch als total frustrierend. Nicht wenige fühlen sich dabei in ihre Zeit als Tauchanfänger zurückversetzt. Dies hängt mit der Andersartigkeit des Tauchens in Binnengewässern zusammen:

Der Tauchanzug ist viel dicker, das Wasser kälter und die Sicht begrenzt. Es ist möglicherweise dunkel und die Tarierung reagiert anders als im warmen Salzwasser. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass ein Ferientaucher nicht an solche Bedingungen gewöhnt ist. Er muss zuerst den See kennenlernen und Sicherheit darin finden. Leider unterschätzen viele Ferientaucher diese Akklimatisierung auf fahrlässige Weise. Das leichtfertige Übergehen der Unterschiede endet nicht selten in Stress und Panik unter dem Wasser sowie in Enttäuschung über das Erlebnis. Zahlreiche auf diese Weise frustrierte Taucher tauchen danach nie wieder in der Schweiz und entdecken deshalb auch nie die Schönheiten und Faszination der Schweizer Gewässer.

ein Egli im 
Vierwaldstättersee Es ist deshalb ratsam, die ersten Tauchgänge in der Schweiz überlegt und mit ortskundiger Begleitung zu unternehmen:

Es ist sinnvoll, sich bei den ersten Tauchgängen im See von einem lokalen Tauchlehrer begleiten zu lassen. Er kann einen Taucher professionell darauf vorbereiten und kennt die Gegebenheiten im See. Im Gegensatz zu "normalen" Tauchern kann ein Tauchlehrer selbst dann für die Sicherheit sorgen, wenn unter Wasser Überforderung und Panik entstehen.

Das Tauchen im See ist nicht schwieriger oder weniger interessant als im Meer, es ist nur total anders. Von den ersten Tauchgängen im See – bei denen die meisten Taucher hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt sind – sollte man sich kein allzu grosses Naturerlebnis erhoffen. Wer sich die nötige Zeit nimmt, um sich an die Bedingungen im See zu gewöhnen, wird sich bald darin zurechtfinden und seine Schönheiten und Faszination entdecken.Swiss Divers - Alles über das Tauchen in der Schweiz

Mehr Details über das Tauchen in der Schweiz kann man sich im Forum von SWISS DIVERS erfragen.

Weshalb soll ich als OWD- oder Ein-Stern weitere Tauchausbildungen absolvieren?

Antwort:

  Kurz: Um die Sicherheit für deinen Buddy (und dich selbst) zu erhöhen!  

Ausführlich: Der Fokus einer Grundtauchausbildung wie des Open Water Diver(OWD)- oder Ein-Stern-Kurses liegt vorwiegend auf dem Taucher selbst und seinem Umhang mit der eigenen Tauchausrüstung. In einer Advanced Open Water Diver-Ausbildung (AOWD) wird der Taucher zur Wahrnehmung seiner Umgebung, also des Meeres oder Sees animiert. Wenn es um die Rettung, Sicherheitsmassnahmen oder die Tauchgangplanung geht, ist ein Taucher auf dieser Ausbildungsstufe immer noch von seinem Buddy oder einem Guide abhängig. Im Notfall könnte ein OWD-, Ein-Stern- oder AOWD-Taucher seinen Buddy wahrscheinlich nicht retten. Der Buddy könnte ebenso gut einen Solo-Tauchgang machen. Einzig die redundanten Atemluftquellen erhöhen die Sicherheit für den Buddy.

 

Taucher-Ausbildungslevel

 

Eine Rescue Diver(RD)- oder Zwei-Stern-Ausbildung lenkt den Fokus des Tauchers auf seinen Buddy. Er lernt, wie er seinen Buddy im Notfall retten kann, und vergrössert sein Wissen über die Tauchmedizin und Tauchgangplanung erheblich. Erst nach einer solchen Ausbildung kann ein Taucher wirklich Verantwortung für seinen Buddy übernehmen.

Trotzdem muss hier betont werden, dass die Taucherfahrung ebenso wichtig ist wie eine solide Tauchausbildung. Ein RD- oder Zwei-Stern-Taucher, der selbst nicht gut tauchen kann, wird trotz seiner Ausbildung seinem Buddy wenig helfen können.

Je mehr Taucher in einer Gruppe über eine RD-, Zwei-Stern- oder höhere Brevetierung verfügen, desto sicherer wird das Tauchen für alle Mitglieder der Gruppe. Nicht jeder Taucher muss eine Divemaster- oder Drei-Stern-Brevetierung anstreben. Eine RD- oder Zwei-Stern-Ausbildung ist jedoch eine wirklich lohnenswerte Investition in die Sicherheit des Buddys und letztlich auch in die eigene Sicherheit.

Welche Vorteile bietet Nitrox?

 Antwort:

  Kurz: Es ermöglicht längere Tauchgänge.  

Ausführlich:ein Taucher im Bodensee Nitrox ist ein alternatives Atemgasgemisch, bestehend aus normaler Luft, die mit einem Sauerstoffanteil von 21 bis 60% angereichert wurde. Nitrox wird teilweise auch als Enriched Air, Save Air, EAN oder EANx bezeichnet.

Nitrox ermöglicht im Vergleich zu normaler Luft längere Tauchgänge. Mit zunehmendem Sauerstoffanteil verringert sich jedoch auch die maximal empfohlene Tauchtiefe. Wer mit Nitrox mehrere Tauchgänge an einem Tag absolviert, fühlt sich in der Regel weniger müde als jemand, der mit Luft taucht.

 

NITROX

 

Der erhöhte Sauerstoffanteil in Nitrox-Gemischen bringt mehrere, nicht unerhebliche technische wie medizinische Gefahren mit sich. Deshalb sollte jeder, der mit Nitrox tauchen möchte, eine Ausbildung dafür absolviert haben.

Muss ich mich als Taucher zusätzlich versichern?

Antwort:

  Kurz: Jein... Kommt darauf an, wie und wo man taucht.  

Ausführlich: ein Taucher im BodenseeGrundsätzlich sind vier unterschiedliche Ausgangslagen zu unterscheiden:

  1. Ein in der Schweiz wohnhafter Sporttaucher (max. 40 Meter Tauchtiefe) verunfallt beim Tauchen innerhalb der Schweiz:

    In diesem Fall sind alle Rettungs-, Behandlungs- und grösstenteils auch die Folgekosten durch die obligatorische Grundversicherung der Krankenkasse (KVG) und die Unfallversicherung (NBU) gedeckt. Ein Tauchunfall wird in diesem Fall wie jeder andere Sportunfall im Breitensport gehandhabt. Es ist keine spezielle Versicherung notwendig.
  2. Ein in der Schweiz wohnhafter technischer Taucher verunfallt während eines Tauchgangs, der tiefer als 40 Meter ging: 

    Gemäss der SUVA ist das Tauchen in einer Tauchtiefe von über 40 Metern eine Risikosportart. Dieser Argumentation schliessen sich auch die meisten anderen Schweizer Versicherer an. Deshalb ist nur ein kleiner Teil der Rettungs-, Behandlungs- und Folgekosten durch die obligatorische Grundversicherung der Krankenkasse (KVG) oder durch die Unfallversicherung (NBU) gedeckt. Ambitionierte Taucher, die gerne in grössere Tiefen (mehr als 40 Meter) vordringen, sollten sich deshalb zusätzlich versichern.
  3. Ein Taucher mit einer Tauchguide- oder Tauchlehrer-Brevetierung begleitet eine Gruppe. Ein oder mehrere Mitglieder dieser Gruppe verunfallen während eines Tauchgangs:

    In diesem Fall ist es durchaus möglich, dass ein Schweizer Gericht beim Guide oder Tauchlehrer eine Mitschuld am Unfall sieht. Dies kann selbst dann der Fall sein, wenn der Guide oder Tauchlehrer nicht direkt vom Unfall betroffen war und die Gruppe nicht führte. Deshalb sollten sich alle Taucher, die eine höhere Ausbildung wie den Divemaster, Drei-Stern-Taucher oder höher abgeschlossen haben, zusätzlich versichern.
  4. Ein in der Schweiz wohnhafter Taucher verunfallt während eines Tauchgangs in einem ausländischen Gewässer:

    In diesem Fall ist nur ein kleiner Teil der der Rettungs-, Behandlungs- und Folgekosten durch die obligatorische Grundversicherung der Krankenkasse (KVG) oder durch die Unfallversicherung (NBU) gedeckt. So schliessen die meisten Krankenkassen z.B. eine Druckkammerbehandlung im Ausland selbst dann aus, wenn eDivers Alert Networkine Zusatzversicherung über Krankenkassenleistungen während eines Auslandsaufenthalts abgeschlossen wurde. Deshalb sollten sich alle Taucher, die ausserhalb der Schweiz tauchen wollen, zusätzlich versichern.

aquamed Aquamed, DAN oder der SUSV1 bieten speziell auf die Bedürfnisse von Tauchern abgestimmte Versicherungspakete an. Taucht man im Ausland, ist auch eine Rega-Gönnerschaft sinnvoll, um allfällige Rücktransporte in die Schweiz nicht selbst tragen zu müssen.

Als Tauchschüler ist man für die Dauer der Ausbildung oft durch die Haftpflichtversicherung der Tauchschule oder des Tauchlehrers ausreichend versichert. Bei Unklarheiten sollte der ausbildende Tauchlehrer darüber detaillierte Auskunft geben können.

Schweizer Unterwasser-Sport-VerbandAls ausbildender Tauchlehrer sollte man sich mit einer speziellen Haftpflichtversicherung gegen Schäden versichern, die einem Tauchschüler entstehen können. Teilweise schliessen Tauchschulen und Vereine solche Versicherungen pauschal für alle Ausbildenden in ihrer Firma/ihrem Verein ab.

Für den Versicherungsschutz von Unterwasserarbeitern, Einsatz- oder Forschungstauchern gelten teilweise abweichende Bestimmungen, die sich aus dem Arbeits- oder anderem Recht ergeben.

1) in Zusammenarbeit mit der Helsana

(Ich bin kein Jurist und kann nicht für die Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Angaben auf dieser Webseite garantieren.)

Wie oft muss ich die Tauchtauglichkeitsuntersuchung wiederholen?

Antwort:

  kurz: Mindestens alle drei Jahre oder sogar jedes Jahr.  

Ausführlich: In der Schweiz und Deutschland wird empfohlen, die Tauchtauglichkeitsuntersuchung nach zwei bis drei Jahren zu wiederholen sowie vor dem 18. und ab dem 40. Lebensjahr jährlich durchführen zu lassen. In einigen Ländern ist eine jährliche Wiederholung der Tauchtauglichkeitsuntersuchung gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb sollte man sich vor den Tauchferien oder dem Tauchurlaub diesbezüglich über die lokalen Bestimmungen informieren.

Grundsätzlich kann jeder Hausarzt die Tauchtauglichkeit untersuchen und bestätigen. Dazu druckt man am einfachsten das Formular (PDF, 877KiB) des SUHMS aus und bringt es zum Arzttermin mit. Wer seinem Hausarzt diese Untersuchung nicht zutraut oder aus anderen Gründen unsicher ist, kann auch einen speziell ausgebildeten Tauchmediziner konsultieren. Der SUHMS führt eine aktuelle Liste aller Tauchmediziner in der Schweiz: Liste (PDF, 26KiB)

Muss ich in der Schweiz immer eine Taucherflagge aufstellen? Und welche Flagge ist die richtige?

Antwort:

  Kurz: Falls es Boote im Gewässer gibt, muss in der Schweiz immer die Alphaflagge aufgestellt werden.  

Ausführlich: Es gibt zwei Arten von Taucherflaggen:

  1. AlphaflaggeDie Alphaflagge, Alpha-Wimpel oder Doppelstander A genannte blau-weisse Flagge, welche Teil des internationalen nautischen Flaggenalphabet ist und in der internationalen Schifffahrt die folgende Bedeutung hat: «Ich habe Taucher unten, Abstand halten, bei langsamer Fahrt.»
  2. Das amerikanische rot-weisse Michigan-Flagge genannte Tauchsignal gilt nur in einigen US-Bundesstaaten und kanadischen Provinzen offiziell als Taucherflagge.

Die Michigan-Tauchflaggerot-weisse Michigan-Tauchflagge ist in der breiten Öffentlichkeit viel bekannter und wird viel stärker mit dem Tauchen assoziiert als die blau-weisse Alphaflagge. Trotzdem ist die Michigan-Tauchflagge weder nach den Regeln der internationalen Seefahrt noch gemäss den meisten nationalen Gesetzen und Verordnungen (mit Ausnahme einiger Gebiete in Nordamerika) ein offizielles Schifffahrtszeichen. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der Alphaflagge um das in der Schweiz, ganz Europa, Ägypten, Australien, Neuseeland, Südafrika, Kenia, Japan und grossen Mehrheit aller Länder offiziell gültige Schifffahrtszeichen, um «Taucher im Wasser» zu signalisieren. Selbst die US-Navy und -Coast Guard nuten ausschliesslich die Alphaflagge. Die Kollisionsverhütungsregeln (KVR), welche Teil des internationalen Seerechts sind und von der IMO veröffentlicht wurden, beschreiben in der Regel 27 die Nutzung der Alpha-Flagge als Taucherflagge. Die Michigan-Tauchflagge verbreitete sich wahrscheinlich nur dank den grossen amerikanischen Tauchorganisationen weltweit. Sie besitzt an den meisten Orten jedoch einzig eine dekorative Funktion.

An allen Schweizer Gewässern, wo es Wasserfahrzeuge gibt und worin man tauchen will, ist eine Alphaflagge gut sichtbar aufzustellen. Mit Wasserfahrzeugen können in diesem Zusammenhang sowohl grosse Kursschiffe als auch kleinste Ruderboote gemeint sein. Die Alphaflagge muss während der ganzen Zeit des Tauchgangs am Ein- und Ausstieg oder auf dem Tauchboot vom Wasser her gut sichtbar sein. Die hier beschriebene Taucherflaggen-Pflicht ist in der Schweiz durch die Eidgenössische Binnenschifffahrtsverordnung (in Artikel 32) verbindlich geregelt. Bei Nichtbeachten dieser gesetzlichen Vorschriften erhebt die Polizei eine Busse von 200.- CHF pro Taucher.

In Deutschland und Österreich gelten je nach Gewässer unterschiedliche Regeln. Für den Bodensee, Alpen- und Hochrhein gilt auch auf der deutschen und österreichischen Seite eine Taucherflaggen-Pflicht – ganz ähnlich wie in der Schweiz. In anderen Ländern gibt es teilweise keine Vorschriften oder die Regeln sind anders. Deshalb informiert man sich am besten bei einer lokalen Tauchbasis über die Regeln, bevor man auf eigene Faust im Ausland taucht.

(Ich bin kein Jurist und kann nicht für die Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Angaben auf dieser Webseite garantieren.)

Darf ich während der Schwangerschaft tauchen?

Antwort:

  Kurz: Nein, besser nicht.  

Ausführlich:ein Taucherin auf der Elba Es gibt keine wissenschaftliche Gewissheit, dass das Tauchen für ein ungeborenes Kind keine Gefahren mit sich bringt. Deshalb wird meist empfohlen, während der Schwangerschaft auf das Tauchen zu verzichten.

Nach der Geburt des Kindes ist es ratsam, eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung von einem Arzt vornehmen zu lassen, bevor man (Frau) wieder taucht. Möglicherweise ist es auch hilfreich, nach einer Schwangerschaft die eigenen Tauchfertigkeiten in einem Refresher-Kurs noch einmal aufzufrischen.

Wieso kann der Alkoholkonsum in Verbindung mit dem Tauchen gefährlich sein?

Antwort:

  Kurz: Hauptsächlich darum, weil Alkohol den Körper stark dehydriert.  

Ausführlich: Zuerst die Entwarnung: In den Tauchferien oder im Tauchurlaub muss man nicht auf Alkohol (Ethanol) verzichten, sofern man einige Regeln beachtet und stets massvoll trinkt. Der Alkoholkonsum hat auf den menschlichen Körper und Geist diverse Auswirkungen, von denen jede für sich alleine einen Tauchunfall begünstigen kann. Einige Beispiele für Symptome von Alkohol sind:

  • Die Blutgefässe werden erweitert.
  • Die Wahrnehmung von Wärme und Kälte wird beeinträchtigt.
  • Die Reaktionsgeschwindigkeit wird deutlich verlangsamt.
  • Gefahren werden falsch eingeschätzt. Übermässige Euphorie.
  • Der Abbau des Alkohols im Blut belastet die Leber.
  • Alkohol kurbelt die Aktivität der Nieren massiv an.

Das für das Tauchen bedeutendste Symptom ist das letztere. Schon ohne Alkohol stehen Gerätetaucher oft in der Gefahr, zu dehydrieren. Sie atmen sehr trockene Luft und die Nierenaktivität wird durch den erhöhten Druck beim Tauchen angeregt. Viele Taucher verspüren deswegen am Ende eines Tauchgangs starken Harndrang.

Die Dehydration ist ein nicht seltener Auslöser für die sogenannte Taucherkrankheit (kurz DCS oder auch Dekompressions- respektive Caissonkrankheit). Bei einer Dehydration wird im Körper der Abbau des während eines Tauchgangs angereicherten und für eine DCS verantwortlichen Stickstoffs stark verlangsamt. Deshalb kann es unter Alkoholeinfluss zu einer DCS kommen, obwohl alle normalerweise empfohlenen Limiten eingehalten wurden. Kein Tauchcomputer und keine Tauchtabelle berücksichtigen den verlangsamten Abbau von Stickstoff aufgrund von Alkohol oder Dehydration.

Deshalb sollte man mehrere Stunden (mind. 6 Stunden) vor einem Tauchgang keinen Alkohol trinken. Nach dem Tauchen kann man sich problemlos ein Deko-Bier (-Wein, -Whisky oder so) genehmigen. Dabei sollte man Mass halten. Selbst mehrere Stunden nach einem Tauchgang können übermässiger Alkoholkonsum und Dehydration noch zu einer DCS führen. Sehr wichtig ist auch, dass man neben einzelnen alkoholischen Getränken genügend alkoholfreie Getränke (etwa 2.5 Liter pro Tag) zu sich nimmt, um einer Dehydration vorzubeugen. Cola, Kaffee, Schwarztee oder Eistee sind dabei nicht die beste Wahl, weil sie ebenfalls den Körper dehydrieren.

Alle anderen Rauschmittel und Medikamente (sowohl illegale Drogen als auch rezeptpflichtige Medikamente und frei erhältliche Heilmittel) stellen ebenso eine potenzielle Gefahr beim Tauchen dar. Auch das Rauchen zählt dazu. Besteht eine Unsicherheit wegen eines Rauschmittels oder Medikaments, auf das man nicht verzichten kann, sollte man vor dem Tauchen einen Tauchmediziner konsultieren. Der SUHMS führt eine aktuelle Liste aller Tauchmediziner in der Schweiz: Liste (PDF, 26KiB)

Divemaster und Tauchlehrer:

Was genau ist ein Divemaster und was sind seine Aufgaben?

Antwort:

  Kurz: Der Divemaster ist eine Ausbildungsstufe und Brevetierung für Sporttaucher.  

Ausführlich: Der Divemaster ist eine Ausbildung und Brevetierung für Sporttaucher, welche die Anforderungen der internationalen Norm ISO 24801-3 erfüllt. In dieser Ausbildung wird ein erfahrener Taucher zum Tauchguide (Tauchgruppenführer) ausgebildet, der mehr Verantwortung für andere übernehmen kann als ein gewöhnlicher Taucher.

Die ISO-Norm nennt diese Ausbildungsstufe "Dive Leader". Die Tauchorganisationen PADI und NAUI bezeichnen sie als "Divemaster". Die CMAS nennt sie "Drei-Stern"-Taucher und bei SSI heisst sie "Dive Guide". Obwohl alle diese Bezeichnungen lediglich unterschiedliche Namen für dasselbe sind, ist bei Tauchanfängern oder Laien meist nur der Begriff "Divemaster" bekannt.

 

Taucher-Ausbildungslevel

 

Während die Grundtauchausbildung (OWD oder Ein-Stern) den Fokus auf den Taucher selbst und seine Tauchausrüstung legt, ist die Rescue Diver- (RD) oder Zwei-Stern-Ausbildung auf den Buddy und auf Sicherheitsaspekte ausgerichtet. In der Divemaster- oder Drei-Stern-Ausbildung sind hingegen die Gruppenführung und die Tauchgangplanung zentral. Natürlich sollte ein Divemaster-Anwärter alles, was in den niedrigeren Ausbildungsstufen enthalten ist, in Perfektion beherrschen. Die Divemaster- oder Drei-Stern-Ausbildungen enthalten die komplette Tauchtheorie, die für das Sporttauchen existiert. Nur die Inhalte der Didaktik werden allein in den Tauchlehrerausbildungen vermittelt. Der Divemaster oder Drei-Stern ist die letzte Ausbildungsstufe vor dem Tauchlehrer.

Ein Divemaster oder Drei-Stern-Taucher verfügt über das Wissen und die Fähigkeiten, um Tauchevents und -ausfahrten zu planen, zu organisieren und zu leiten. Er weiss, wie man Briefings respektive Debriefings professionell hält und Gruppen von Tauchern unter dem Wasser sicher führt. Zudem besitzt er die Fähigkeit, für die Sicherheit von Anfängern mit wenig Taucherfahrung zu sorgen und einem Tauchlehrer zu assistieren. Meist wurde ihm auch beigebracht, Werbung für die entsprechende Tauchorganisation zu machen.

Als Divemaster oder Drei-Stern-Taucher ist es möglich, auf einer Tauchbasis als vollzeitlicher Tauchguide zu arbeiten. Jeder professionelle Tauchguide (Tauchgruppenführer) sollte eine Brevetierung vorweisen können, die mindestens die Vorgaben nach ISO 24801-3 erfüllt. Die Verdienstmöglichkeiten für Guides liegen jedoch unter jenen eines Tauchlehrers, welche ohnehin schon eher bescheiden sind. Es gibt leider viele Tauchbasen, die ausschliesslich Tauchlehrer als Guides beschäftigen, weil diese flexibler einsetzbar und besser ausgebildet sind.

Ein Tauchguide hat immer eine Verantwortung gegenüber tiefer brevetierten Tauchern zu tragen. Er ist ein Vorbild und leitet sie in allen Phasen eines Tauchgangs, also davor, währenddessen und danach, an. Er übernimmt Verantwortung für ihre Sicherheit. Aus diesem Grund sind Ausbildungen gemäss ISO 24801-3 Erwachsenen ab einem Alter von 18 oder 20 Jahren vorbehalten. Weil sich durch die grössere Verantwortung auch rechtliche Fragen auftun können, ist es für jeden in der Schweiz wohnhaften Divemaster oder Drei-Stern-Taucher sehr zu empfehlen, sich zusätzlich zu versichern.

Was ist der Unterschied zwischen einem Divemaster und einem Tauchlehrer?

Antwort:

  Kurz: Im Gegensatz zum Divemaster unterrichtet, prüft und brevetiert der Tauchlehrer Tauchschüler.  

Ausführlich: Oft arbeiten Divemaster (Tauchguide) und Tauchlehrer (Instructor) auf einer Tauchbasis oder einem Tauchboot eng zusammen oder erfüllen sogar die gleichen Aufgaben. Beide können Tauchgruppen führen, bei der Tauchausbildung mitwirken, Ausrüstungen reparieren, Flaschen füllen oder Briefings abhalten. Die Unterschiede fallen deshalb bei einer oberflächlichen Betrachtung kaum auf.

 

Taucher-Ausbildungslevel

 

Der grösste Unterschied zwischen einem Tauchguide und einem Instuctor liegt darin, dass der Tauchlehrer im Gegensatz zum Tauchguide Tauchschüler unterrichten, prüfen und brevetieren kann. Der Schwerpunkt der Tätigkeit eines Tauchguides liegt auf dem Guiding (Führung) von Tauchgruppen. Die Tätigkeit des Instructors konzentriert sich auf die Tauchausbildung. Der Divemaster darf einem Tauchlehrer bei der Ausbildung nur assistieren. Weil jeder Tauchlehrer einmal eine Divemaster- oder eine äquivalente Ausbildung durchlaufen hat, übernimmt er oft auch Aufgaben, die ein Divemaster ebenso gut erledigen könnte.

Tauchlehrerausbildungen sind nach den internationalen Normen ISO 24802-1 und 24802-2 standardisiert. Die Norm nennt den Tauchlehrer "Scuba Instructor Level 1" und  "Level 2". Die Tauchorganisationen bezeichnen ihn unter anderem als "Open Water Scuba Instructor", "Open Water Instructor", "Ein-Stern-Tauchlehrer" oder einfach als "Instructor".

Tauchguides sollten mindestens gemäss der internationalen Norm ISO 24801-3 ausgebildet sein. Die Norm nennt diese Ausbildungsstufe Dive Leader. Die Tauchorganisationen PADI und NAUI bezeichnet sie als "Divemaster". Die CMAS nennt sie "Drei-Stern"-Taucher und bei SSI heisst sie "Dive Guide". Obwohl alle diese Bezeichnungen lediglich unterschiedliche Namen für dasselbe sind, ist unter Tauchanfängern oder Laien meist nur der Begriff "Divemaster" bekannt.

Wie werde ich zum Divemaster oder Tauchlehrer?

Antwort:

  Kurz: Durch Ausbildungen.  

Ausführlich: Nach mehreren modular aufgebauten Tauchausbildungen und Prüfungen kann man sich als Divemaster (Tauchguide) oder Tauchlehrer (Instructor) zertifizieren lassen. Wer als kompletter Anfänger bei Null anfängt und zum Tauchguide oder Instructor werden will, muss Folgendes aufwenden:

  Tauchguide
(Divemaster, Dive Leader oder Drei-Stern-Taucher)
Tauchlehrer
(Instructor)
Mindestanzahl der einzelnen Tauchkurse, die abgeschlossen werden müssen: 3 bis 6 4 bis 8
Gesamtzeit, die in Ausbildungen und Tauchgänge investiert werden muss: etwa 30 Tage etwa 60 Tage
Mindestanzahl der Tauchgänge, die für die Zertifizierung notwendig sind: 40 bis 60 100 bis 200
Gesamtkosten für alle benötigen Tauchkurse (exkl. Tauchausrüstung): ca. 2'500 CHF ca. 4'000 CHF

Je nach Tauchorganisation und Ort können Anzahl der Kurse und Kosten variieren.

Ein Tauchguide, der nur eine Erfahrung von 50 Tauchgängen hat und selbst noch nicht sicher tauchen kann, stellt eine grosse Gefahr für andere Taucher dar. Deshalb lassen sich die meisten Taucher nicht an einem Stück zum Tauchguide oder Instructor ausbilden. Es ist für die allermeisten sinnvoller, zwischen den einzelnen Kursen zusätzliche Taucherfahrung als normaler Taucher zu sammeln. Übung macht den Meister. Die Mehrheit der Taucher absolviert die einzelnen Ausbildungen über mehrere Jahre verteilt (typischerweise in einem Zeitraum von 5 bis 10 Jahren).

 

Taucher-Ausbildungslevel

 

Falls du Tauchguide oder Tauchlehrer werden willst, wende dich bitte an eine lokale Tauchschule in deiner Nähe.

Tauchlehrerausbildungen sind nach den internationalen Normen ISO 24802-1 und 24802-2 standardisiert. Die Norm nennt den Tauchlehrer "Scuba Instructor Level 1" und  "Level 2". Die Tauchorganisationen bezeichnen ihn unter anderem als "Open Water Scuba Instructor", "Open Water Instructor", "Ein-Stern-Tauchlehrer" oder einfach als "Instructor".

Tauchguides sollten mindestens gemäss der internationalen Norm ISO 24801-3 ausgebildet sein. Die Norm nennt diese Ausbildungsstufe Dive Leader. Die Tauchorganisationen PADI und NAUI bezeichnet sie als "Divemaster". Die CMAS nennt sie "Drei-Stern"-Taucher und bei SSI heisst sie "Dive Guide". Obwohl alle diese Bezeichnungen lediglich unterschiedliche Namen für dasselbe sind, ist unter Tauchanfängern oder Laien meist nur der Begriff "Divemaster" bekannt.

Welche Voraussetzungen und Fähigkeiten sind nützlich, um erfolgreich als Tauchlehrer zu arbeiten?

Antwort:

  Kurz: Ein professioneller Tauchlehrer muss vielfältige Fähigkeiten besitzen.  

Ausführlich: Ein Tauchlehrer (oder Tauchguide), der nur gut tauchen kann, wird nicht lange in Vollzeit als Tauchlehrer arbeiten. Das Tauchen selbst ist nur ein kleiner Teil der alltäglichen Tätigkeiten eines Tauchlehrers. Ein erfolgreicher Tauchlehrer besitzt sehr vielseitige Fähigkeiten. Um als Tauchlehrer arbeiten zu können, sind die folgenden 33 Eigenschaften sehr hilfreich:

(Mit aufsteigender Nummer nimmt die Bedeutung der jeweiligen Eigenschaft ab.)
  1. Endlose Geduld, auch mit Problemschülern, begriffsstutzigen Angebern und immer unzufriedenen Touristen.
  2. Die Fähigkeit, mit jeder Art von Persönlichkeit zurecht zu kommen.
  3. Etwas verkaufen können.
  4. Die Fähigkeit, die eigenen Gefühle zu kontrollieren und jederzeit professionell aufzutreten.
  5. Die Gabe, alle Menschen schnell richtig einschätzen zu können.
  6. Eine klare, einfache und freundliche Kommunikation.
  7. Ein seriöses und gepflegtes Auftreten.
  8. Die Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für das Leben von anderen zu tragen.
  9. Keine Probleme, sich an Regeln zu halten.
  10. Keine Probleme mit Hierarchien.
  11. Die Bereitschaft, ein Vorbild für andere zu sein.
  12. Die Bereitschaft, für einen kleinen Lohn hart zu arbeiten.
  13. Keine Probleme mit dem Zeitmanagement.
  14. Freude an der Vermittlung von Wissen und Bewegungsabläufen.
  15. Eine gute Improvisationsgabe.
  16. Einen hohe persönliche Flexibilität.
  17. Die Bereitschaft und Fähigkeit, unter einfachsten und ungewohnten Bedingungen zu arbeiten.
  18. Mehr als eine Sprache fliessend sprechen.
  19. Freude am Tauchen.
  20. Die Bereitschaft, spät abends oder früh am Morgen zu arbeiten.
  21. Die Bereitschaft, lange Arbeitszeiten (60 Stunden pro Woche und mehr) in Kauf zu nehmen.
  22. Die Bereitschaft, an Wochenenden und allen Feiertagen zu arbeiten.
  23. Die Bereitschaft, 6 und zeitweise sogar 7 Tage in der Woche zu arbeiten.
  24. Kunden in allen Belangen des Tourismus beraten können.
  25. Die Bereitschaft, sich immer wieder weiterzubilden.
  26. Handwerkliches Geschick.
  27. Technisches Verständnis.
  28. Ein guter Orientierungssinn.
  29. Die Bereitschaft, an sehr abgelegenen Orten zu leben.
  30. Eine gute körperliche Fitness.
  31. 800 Meter am Stück schwimmen können.
  32. Einen Motorboot-Führerausweis besitzen.
  33. Einen PKW-Führerausweis besitzen.

Ein Tauchlehrer muss fähig und willens sein, sich mit vielen Themen aus ganz unterschiedlichen Fachgebieten auseinanderzusetzen. Zuerst beschäftigt er sich in seiner eigenen Ausbildung intensiv damit und danach wird er die erlernten und verstandenen Inhalte an andere weitergeben. Weil immer nur kleine Teilbereiche der folgenden 18 Fachgebiete für das Tauchen relevant sind, muss ein Tauchlehrer nicht zum Akademiker oder Wissenschaftler werden. Die entsprechenden Teilbereiche sollte er aber komplett verstehen und anwenden können:

Ist es als professioneller Tauchlehrer wirklich so, als ob man sich Tag für Tag in den Ferien/im Urlaub befindet?

Antwort:

  Kurz: NEIN!  

Ausführlich: Tauchlehrer (Instructors) arbeiten oft dort, wo andere Ferien/Urlaub machen. Mit Ferien hat ihr Alltag jedoch kaum etwas gemeinsam. Im Gegenteil: Sie arbeiten hart für kleine Gehälter. Gleiches gilt auch für professionelle Tauchguides (Divemaster oder Drei-Stern).

Es würde niemand auf die Idee kommen, z.B. einem Koch oder einem Chauffeur, die im gleichen Touristenparadies arbeiten wie ein Tauchlehrer, zu unterstellen, sie würden dort Ferien machen. Die öffentliche Wahrnehmung des Instructors oder Tauchguides täuscht gewaltig. Das Tauchen und die Ausbildung von Tauchschülern sind nur ein kleiner Teil seiner täglichen Aufgaben. Viele vollbeschäftigte Tauchlehrer arbeiten 6 Tage und 60 oder mehr Stunden pro Woche.

Neben den langen Arbeitszeiten kann auch das Herumtragen der Tauchflaschen zur körperlichen Belastung werden. Muss ein Tauchguide oder Tauchlehrer täglich vier oder mehr Tauchgänge absolvieren, so macht sich schnell eine Müdigkeit als Folge der andauernd hohen Stickstoffbelastung bemerkbar.

Der typische Tagesablauf eines Instructors in Vollzeitbeschäftigung könnte etwa so aussehen:

05:00 Aufstehen, Toilette.
05:30 Ankunft im Dive Center, Tagespläne studieren, Absprachen mit den anderen Mitarbeitern und zehn volle Tauchflaschen in den Bus verladen.
06:00 Mit dem Toyota-Bus des Dive Centers die externen Gäste für den Early-Morning-Dive bei den Hotels des Orts einsammeln.
06:30 Check-in von neuen Gästen durchführen, diverses Mietmaterial herausgeben, Anwesenheitskontrolle und zahlreiche Fragen beantworten.
07:00 Material auf das kleine Tauchboot umladen helfen, Anwesenheitskontrolle, Tabletten gegen Seekrankheit verteilen und danach die Sicherheitsunterweisung für das Boot vortragen.
07:30 Beim Zusammenbau derTauchausrüstungen helfen, das Tauchbriefing abhalten, sich selbst für das Tauchen bereit machen, ins Wasser springen und den Tauchgang führen.
08:30 Ende des Tauchgangs, Material auf dem Boot verstauen, den Gästen heissen Kaffee ausschenken, Smalltalk mit den Gästen und dem Captain helfen, den Anker wieder loszumachen.
08:00 Material vom Boot in den Bus umladen, mit dem Bus zum Dive Center zurück fahren, Material ausladen, fragen, wer später am Tag noch tauchen will, die Gästelisten updaten, die eigene Tauchausrüstung aufhängen und einige Gäste wieder zu ihrem Hotel zurückbringen.
08:30 Flaschen zum Füllen an den Kompressor anschliessen, kurzes Frühstück, schnell das Salz abduschen, die Batterie eines Tauchcomputers austauschen und ein Telefonat mit dem Bauchhalter erledigen.
09:00 Den Tauchshop für die Laufkundschaft öffnen, kontrollieren, ob in der Lieferung, die der Postbote brachte, alles Tauchmaterial enthalten ist, das bestellt wurde, und alles im Lager am richtigen Ort verstauen.
09:30 Der erste Kunde betritt den Shop und will ein neues Jacket kaufen: langes Beratungsgespräch und zähe Preisverhandlungen, aber am Ende doch kein Verkauf.
10:00 Mehrere Anfragen aus Übersee mit Offerten beantworten, kuriose Fragen eines potenziellen Kunden aus Übersee sachlich per E-Mail beantworten und eine Unterkunft für einen zukünftigen Gast organisieren.
11:00 Ein weiterer Kunde betritt den Shop und will eine Auskunft über einen Tauchkurs, danach weitere Flaschen füllen, Öl im Kompressorgetriebe nachfüllen, ein undichtes Kameragehäuse reinigen und reparieren.
12:00 Im Shop ein Sandwich essen, nebenbei diverse weitere E-Mails von Kunden beantworten, eine Bestellliste für dringend benötigte Ersatzteile anfertigen, zwei kurzfristige Anmeldungen für die Nachmittagstauchgänge entgegennehmen und einplanen.
13:00 Ablösung im Shop durch einen anderen Mitarbeiter, die eigene Tauchausrüstung am Pool bereitlegen, den Theorieraum reinigen, Tische und Stühle umstellen, lüften, einsatzfähiges Schreibzeug suchen und genügend Lehrmittel aus dem Lager holen.
13:30 Die Anfänger begrüssen, alle einchecken, Tauchtauglichkeitsuntersuchungen überprüfen, einem Gast dreimal erklären, dass sein Heuschnupfen kein Problem sei, und danach eine Theorielektion halten.
15:00 Für jeden Anfänger die passenden Ausrüstungsgegenstände aus dem Shop holen und anprobieren, einem Tauchschüler zeigen, wo die Toiletten sind, und eine Badehose für den Gast, der sie vergessen hat, organisieren.
15:30 Neben dem Pool detailliert vorführen, wie man die Ausrüstung zusammenbaut, und danach die Poollektion leiten.
16:30 Die Anfänger verabschieden und alles Material aufräumen, damit andere Gäste wieder im Pool baden können.
17:00 Die Anmeldungen für den nächsten Tag zusammenstellen, die am nächsten Tag verfügbaren Mitarbeiter den Tauchgruppen zuordnen, die morgigen Tauchplätze bestimmen und einen Gast auschecken.
17:30 Ein an diesem Tag kaputt gegangenes Jacket nähen, einige Mietausrüstungen, die von den Nachmittagsausfahrten zurückgekommen sind, waschen und aufhängen, fortlaufend Flaschen füllen sowie versuchen herauszufinden, warum das Kompressorgetriebe immer noch Öl verliert.
18:00 Sich noch kurz mit den anderen Mitarbeiten absprechen und endlich ist Feierabend! Die Kameraden, die am Morgen später begonnen haben, übernehmen die Nachttauchgänge.
19:30 Zu Hause: Etwas Kleines Z'nacht essen, duschen, Wäsche waschen und mit Freunden in der Heimat skypen.
20:30 Der Chef erwartet, dass sich alle Dive Center-Mitarbeiter an der heutigen «Divers Night» an der Ressort-Bar zeigen und sich mit den Gästen unterhalten.
23:00 Endlich wieder zu Hause, ab ins Bett, um 5:00 Uhr beginnt ein neuer Arbeitstag.

Je nach Arbeitgeber können noch zahlreiche weitere Aufgaben hinzukommen. Diese können von Bootsreparaturen über Essenszubereitung bis hin zur Finanzbuchhaltung alles beinhalten. Auf der anderen Seite gibt es in sehr grossen Tauchschulen auch Tauchlehrer, die ausschliesslich Tauchschüler unterrichten und einen regelmässigen 9:00-bis-12:00- und 13:00-bis-18:00-Uhr-Arbeitstag haben. Dies ist in der Tauchindustrie jedoch eher die sehr seltene Ausnahme als die Regel.

Verdienen Tauchlehrer gut?

Antwort:

  Kurz: NEIN!  

Ausführlich: Wegen des grossen Preiskampfes in der Tourismusbranche sind die Gehälter von Tauchlehrern eher bescheiden. Bei Vollzeitbeschäftigung verdient ein Tauchlehrer weltweit zwischen 500 und 2'000 CHF pro Monat. Nur an einigen wenigen sehr exklusiven Destinationen sind höhere Gehälter möglich. Ein professioneller Tauchguide arbeitet ähnlich hart wie ein Tauchlehrer, verdient aber weniger.

Tauchbasisleiter oder -besitzer haben die Möglichkeit, etwas höhere Einkünfte zu erzielen. Aber auch damit werden die wenigsten reich. Eine andere Möglichkeit, um als Tauchlehrer besser zu verdienen, besteht darin, direkt für einen Tauchausrüstungshersteller oder eine Tauchorganisation zu arbeiten. Damit verschiebt sich jedoch meist auch das Tätigkeitsfeld weg von den üblichen Tätigkeiten eines Tauchlehrers.

In einigen bekannten Tauchdestinationen, besonders in Billiglohnländern, sind 500 CHF pro Monat ein sehr guter Lohn. Sind die lokalen Lebenskosten niedrig, kann es sogar ausreichen, um einen Teil davon zu sparen. Will ein Tauchlehrer regelmässig in seine Heimat fliegen oder muss er Teile seiner eigenen Tauchausrüstung erneuern, bleibt ihm kaum Geld zum Sparen übrig.

Die mageren Gehälter mögen angesichts der für viele Kunden teuer wirkenden Tauchkurse erstaunen. Bedenkt man jedoch die Räumlichkeiten, Pools, Mietausrüstungen, Kompressoren, Fahrzeuge und Boote, die ein Dive Center amortisieren und unterhalten muss, so bleiben von den Einnahmen aus den Kursen keine grossen Summen übrig, um den Angestellten üppige Löhne auszuzahlen.

In den bescheidenen Verdienstmöglichkeiten liegt der Grund, warum in Mitteleuropa kaum jemand als Tauchlehrer oder Tauch-Guide in Vollzeit arbeiten kann. Trotz der hohen Lebens- und Nebenkosten, ist es nicht möglich, in Europa massiv höhere Preise für Tauchkurse anzusetzen als in Billiglohnländern. Die Kunden stellen sich heute nicht selten die Frage, ob sie einen Tauchkurs zu Hause oder während der Ferien/des Urlaubs in einem Billiglohnland, absolvieren sollen. Die Touristen vergleichen die Preise heute international und nicht nur lokal. Dive Center in der Schweiz, die Tauchlehrer in Vollzeit beschäftigen, erzielen ihre Gewinne vorwiegend durch eine gute Marge beim Ausrüstungsverkauf. Die Tauchausbildungen sind im besten Fall kostendeckend, werden aber meist querfinanziert.

Über den Autor:

Was macht für dich die Faszination des Tauchens aus?

Antwort:

  Kurz:
  1. Kooperative Sportart.
  2. Verbindet sehr Unterschiedliches miteinander.
  3. Passt zum Reisen.
  4. Die Dankbarkeit der Tauchschüler.
 

Ausführlich: Es gibt vier Punkte, welche für mich zusammen die Faszination des Tauchens ausmachen:

  1. Ich persönlich mag Wettbewerbssituationen, wie sie zentraler Bestandteil in den meisten Sportarten sind, nicht. Das Sporttauchen ist eine der wenigen ernstzunehmenden kooperativen Sportarten. Tauchen kann man nur in der Kooperation mit anderen. Jeder Konkurrenzkampf kann beim Tauchen tödliche Folgen haben.
  2. Der Tauchsport verbindet in einzigartiger Weise das Naturerlebnis mit Abenteuer, Technik, intensiver sozialer Interaktion, sportlicher Leistung, Entspannung und einem dem Weltraumspaziergang ähnlichen Erlebnis.
  3. Das Tauchen lässt sich wunderbar mit einer meiner liebsten Tätigkeiten verbinden: dem Reisen!
  4. Als Tauchlehrer berührt es mich immer wieder aufs Neue, wenn ich die ehrlich gemeinte Dankbarkeit und Begeisterung der Tauchschüler miterlebe. Etwas, das man in unserer Gesellschaft sonst selten genug erlebt.

Wo überall auf der Welt warst du schon tauchen?

Antwort:

  Kurz: In insgesamt 17 Ländern und auf 4 Kontinenten.  

Ausführlich: In der Weltkarte unten habe ich alle Orte eingezeichnet, an denen ich schon tauchen war (klicke auf die Karte, um sie zu vergrössern).

Wo ich überall schon tauchen war.

 


Ich bin bereits in sehr warmem und auch schon in beinahe gefrorenem Wasser getaucht. Ich war in Schwimmbädern, Teichen, Flüssen, Bergseen, grossen Süsswasserseen, Lagunen, Fjorden und Ozeanen tauchen. Ich bin bei starker Strömung, in grossen Wellen oder in total ruhigem Wasser getaucht. Ich tauche vom Ufer, von Schlauchbooten und grossen Tauchsafaribooten aus. Unter Wasser bin ich schon zahlreichen Haien, Mantas, einigen Seals, Ottern, Delfinen und Killerwalen (Orcas) begegnet. Ich tauche in Höhlen, Wracks, Kelpwäldern und Korallenriffen. Ich tauche bei Nacht und bei Tag, im Winter und im Sommer, auf der Süd- und Nordhemisphäre.

Welches Ausbildungslevel hast du zur Zeit?

Antwort:

  Kurz: Instructor  

Ausführlich: Ich bin Instructor (= Tauchlehrer). Dies bedeutet, dass ich andere Taucher ausbilden und führen darf. Falls du interessiert bist, gebe ich dir gerne einen Tauchkurs. Melde dich einfach bei mir.

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