Es gibt so viele Tauchorganisationen. Welche ist die Beste?

Kurz: Keine oder alle.


Ausführlich: Die unterschiedlichen Tauchorganisationen stellen letztlich nur unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel dar. Deshalb ist es schwierig, zu sagen, welche die Beste ist. Wahrscheinlich ist nicht jede Tauchorganisation für jedermann gleich gut geeignet. Manche Taucher erheben die Frage nach der Tauchorganisation zu einer nahezu schon religiösen Frage und übersehen dabei, dass ihre eigene Erfahrung nicht gleichermassen für andere Menschen gelten muss.

Es gibt weltweit über 100 Tauchorganisationen. Diese Firmen und Verbände haben oft ihre ganz eigene Ausbildungsphilosophie. Weil heute die meisten gemäss der Norm ISO 24801 arbeiten, können Taucher problemlos die Tauchorganisation wechseln.

Will man weltweit tauchen können, lohnt es sich sicherlich, Tauchkurse bei einer Tauchschule zu absolvieren, die einer der fünf grossen internationalen Tauchorganisationen angeschlossen ist:

  Professional Association of Diving InstructorsPADI: Die weltweit grösste Tauchorganisation bietet eine gute Tauchausbildung im amerikanischen Stil. Das «dive now»-Konzept bedeutet, dass man gleich am ersten Tag einer Tauchausbildung im Wasser tauchen wird. PADI-Tauchbasen findet man in jedem entlegenen Winkel der Welt.
  Scuba Schools InternationalSSI: Das Ausbildungssystem ist in zahlreiche kleine Kurse aufgeteilt. Keine andere Tauchorganisation bietet eine so feine Abstufung der Ausbildungen wie SSI. Dieser hohe Modularisierungsgrad hat jedoch einen hohen finanziellen Preis. SSI-Basen findet man weltweit, sie sind jedoch deutlich weniger weit verbreitet als PADI-Basen. SSI unterhält eine Art von Franchising-System, dem sich alle SSI-Tauchbasen und SSI-Tauchleher unterwerfen müssen.
  National Association of Underwater InstructorsNAUI: Die weltweite Nummer drei bietet ein sehr ähnliches Ausbildungssystem wie PADI. Tendenziell stellen NAUI-Ausbildungen höhere Anforderungen an die Tauchschüler als PADI- und SSI-Kurse. NAUI-Tauchbasen gibt es vorwiegend in Nord- und Mittelamerika sowie in der Karibik.
  Confédération Mondiale des Activités SubaquatiquesCMAS: CMAS bietet eine Ausbildungsstufe weniger als die meisten anderen Tauchorganisationen, was die einzelnen Kurse anspruchsvoller macht. Die Theorieprüfung muss bestanden werden, bevor der Tauchschüler ins Wasser darf. CMAS ist vorwiegend in Europa und in den ehemaligen französischen Kolonien aktiv. In gewissen Regionen der Welt ist CMAS nahezu unbekannt. CMAS ist im Gegensatz zu PADI, SSI und NAUI keine Firma, sondern als internationaler nicht gewinnorientierter Verband mit zahlreichen nationalen Mitgliedsverbänden, die mit eigenem Namen auftreten, organisiert. In der Schweiz wird CMAS vom SUSV, CMAS.ch und dem deutschen IAC vertreten. Gerade in Europa arbeiten viele CMAS-Tauchlehrer in lokalen Tauchvereinen ehrenamtlich, was jedoch keineswegs bedeutet, dass CMAS-Ausbildungen günstiger wären als die Ausbildungen anderer Tauchorganisationen.
  British Sub-Aqua ClubBSAC: Die Ausbildung ist ähnlich aufgebaut wie bei CMAS. Der britische Tauchverband ist vorwiegend in Grossbritannien, Indochina, Japan und Südkorea verbreitet.

Wichtiger als die Tauchorganisation ist bei jeder Tauchausbildung der Tauchlehrer, der die Ausbildung leitet. Die beste Tauchorganisation nützt wenig, wenn der Tauchlehrer schlecht arbeitet.

Leider gibt es bei jeder Tauchorganisation schwarze Schafe, die versuchen, auf Kosten einer guten Tauchausbildung ihren eigenen Gewinn zu optimieren. Diese schwarzen Schafe sind für Anfänger und teilweise nicht einmal für erfahrene Taucher im Vorhinein als solche erkennbar.